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Klimafreundliche Waldzerstörung?

Die beharrlichen Versuche der Landesregierung, den Naturschutz abzuschaffen, wurden zwar von einem Urteil des Verfassungsgerichts als Gefährdung kommender Generationen abgemahnt, finden aber in dem geschickt verklausulierten Versuch, den Erhalt der Natur gegen den Klimaschutz auszuspielen, eine gefährliche Fortsetzung.

 

So sehr wir eine Verlegung des Verkehrs auf die Schiene befürworten, müssen wir doch kritisieren, dass die geplante Reaktivierung der für die S28 benötigten Strecke zwischen Viersen und dem Haltepunkt Kaarster See das ohnehin von einer Autobahn zerschnittene Landschaftsschutzgebiet Donk in einem Maße zerstören würde, dass die im Landschaftsplan vorgesehene Aufwertung zum Naturschutzgebiet ad absurdum geführt wird.

 

In mehr als 50 Jahren ist auf der heutigen Bahnstrecke ein intaktes Ökosystem entstanden, welches sowohl einen hohen Freizeit- und Erholungswert bietet, als auch für das lokale Klima zweifellos von großer Bedeutung ist. Für die Wiederherstellung der Strecke müssten 10 000 Bäume geopfert werden, ein artenreicher Waldrand würde einer hässlichen Schallschutzkonstruktion, einer Demarkationslinie für die nichtflugfähige Tierwelt, weichen.

 

 

Unterzeichnen Sie jetzt die Petition!

S28 – Nein Donk(e)! – S28 nur mit Sinn!

 

 

Aufgrund der Notwendigkeit, der neuen Trasse ein stabiles Fundament geben zu müssen, besteht die Gefahr, dass auch das Wurzelwerk von Bäumen, die in einem größeren Abstand zur Strecke wachsen, beschädigt wird, was zum Absterben der Bäume führen kann.

 

Die Anwohner befürchten mit Fug und Recht, dass es auf der schon jetzt verkehrstechnisch überlasteten Donker Straße wegen der Querung der S-Bahn zu erheblichen Rückstauproblemen kommt, die die vermeintliche Schadstoffentlastung durch ein Schienenfahrzeug wieder wettmachen, zumal der altbewährte CO2-Filter Baum der Säge zum Opfer fiel.

 

Wie schon beim Gero-Park und beim Radschnellweg haben engagierte Bürger auch hier eine alternative Streckenführung erarbeitet, die keine Landschaftsschutz- und Naturschutzgebiete zerstört oder beeinträchtigt, und darüber hinaus durch die Anbindung der einwohnerstarken Ortschaften Willich und Anrath eine bessere Auslastung böte.

 

Eine vergleichbare Attraktivität wäre bei der derzeitig geplanten Streckenführung nur mit dem Ausbau von P+R-Parkplätzen zu erzielen, die nur durch weitere umfangreiche Flächenversiegelungen verwirklicht werden kann.

 

Simone Todzy/ Kurt Sasserath