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In der Tragödie: Der Kandidat lobt sich nur selbst

Wir teilen hier einen Aufruf der Bürgerbewegung Campact

 

Was für eine Tragödie: Unfassbare Wassermassen, zerstörte Dörfer, über 100 Tote – eine Flutkatastrophe wütet im Westen Deutschlands. Für Expert*innen ist das eine Folge der Klimakrise. Doch für Armin Laschet ein Anlass, sich und seine Klimapolitik zu loben – unglaublich respektlos!

 

Wir fordern mit einem Eil-Appell: Hören Sie endlich auf zu heucheln, Herr Laschet – machen Sie jetzt ernst beim Klimaschutz!


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Hagen in Nordrhein-Westfalen, Donnerstagmittag: Armin Laschet postiert sich medienwirksam vor Feuerwehrautos. Kameras klicken, im Hintergrund rauschen die Wassermassen. Die Kulisse reißt den CDU-Chef dazu hin, sich kräftig aufzuspielen: Kanzlerkandidat Laschet, der oberste Klimaschützer. „Bei den Maßnahmen zum Klimaschutz braucht es mehr Tempo“, fordert er plötzlich. Und natürlich Eigenlob: „NRW ist eines der Länder, das am meisten tut, gegen den Klimawandel zu kämpfen.“[1]
 
Mehr Heuchelei geht kaum: Seit 16 Jahren blockiert seine Partei alles, was eine echte Energie- und Verkehrswende wäre.[2] In NRW sabotiert Laschet den Ausbau der Windkraft[3] und treibt die Kohleverbrennung voran.[4] In seinem Wahlprogramm steht das Wort „Klimaschutz“ zwar in vielen Überschriften – doch konkrete Vorschläge gibt es so gut wie keine.[5]
 
Wir meinen: Laschet muss sich jetzt entscheiden! Wenn er es ernst meint mit „mehr Tempo“, ist er einen konkreten Klimaplan schuldig. Mit Tempolimit und Ausbau der Erneuerbaren, dem Aus für Kohlemeiler und Verbrennermotoren bis 2030. Die Chance, das durchzusetzen, ist jetzt da. Denn Laschet weiß: Seine Strategie, im Wahlkampf immer maximal vage zu bleiben, ist durch die Flut ruiniert.
 
Verweigert er sich dennoch, halten wir ihm von jetzt an überall seine Klimaheuchelei vor. Und zwar dort, wo es unangenehm ist: bei seinen Wahlkampfauftritten. Mit dabei haben wir zigtausend Unterschriften, riesige Banner und den großen fliegenden Laschet-Ballon. Die Presse wird das dankbar fotografieren.


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Die vielen Toten und Verletzten, die zerstörten Existenzen – all das bewegt uns tief. Unser Beileid gilt den Opfern und ihren Angehörigen. Vor diesem Hintergrund haben wir länger überlegt, ob es angemessen ist, jetzt schon eine Aktion zu starten, die politische Konsequenzen einfordert. Wir finden: ja. Denn: Die Debatte ist bereits im vollem Gange und von Laschet selbst eröffnet. Und sie ist äußerst wichtig, wenn wir verhindern wollen, dass sich künftig solche Katastrophen immer extremer wiederholen.
 
Dass Laschet beim Klima ein Totalausfall ist, zeigt er am Donnerstagabend in der „Aktuellen Stunde“ des WDR.[6] Die Moderatorin hakt nach, mit unangenehmen Fragen zu Windkraft-Stopp und Kohle in NRW. Laschet reagiert ungehalten. Irgendwann ruft er aufgeregt: „Weil jetzt so ein Tag ist, ändert man nicht die Politik.“ Nur wenige Stunden liegen zwischen diesem Satz und seinem Feuerwehr-Auftritt in Hagen – seine großen Versprechen sind schon wieder gebrochen. Der Irrsinn hat Methode: Mittags mehr Klimaschutz fordern, um abends andere Politik abzulehnen – so mogelt sich Laschet durch.
 
Wir müssen verhindern, dass er damit weiter durchkommt. Sonst verkommt die tragische Katastrophe zur Kulisse für Laschets Wahlkampf. Wir bitten Sie herzlich: Fordern Sie von Laschet nun unmissverständlich einen konkreten Plan für den Klimaschutz. Unterzeichnen Sie jetzt den Eil-Appell.


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PS: „Es ist eine Katastrophe mit Ankündigung. […] Die tun immer noch so, als machen sie so viel. Das ist einfach Bullshit.“[7] Mit diesen Worten macht der Arzt und Moderator Eckart von Hirschhausen seinem Ärger über Armin Laschets Klimapolitik Luft. Und ja, wir stimmen zu: Laschets Heuchelei ist schwer zu ertragen. Finden Sie auch? Dann unterzeichnen Sie jetzt unseren Eil-Appell.

 

[1] Armin Laschet bei Westpol, WDR, 15. Juli 2021

[2] „Radikal im Nichtstun“, Spiegel Online, 25. Juni 2021

[3] „Abgerutscht im Ländervergleich: Windkraft-Ausbau in NRW stockt“, WDR Online, 14. Juli 2021

[4] „Leitentscheidung zur Braunkohle: Keine Garantie für fünf Dörfer“, WDR Online, 23. März 2021

[5] „Fridays for Future wirft Union Verweigerung von Klimaschutz vor“, ZEIT Online, 22. Juni 2021

[6] Armin Laschet in der Aktuellen Stunde, WDR, 15. Juli 2021

[7] „Regenflut und Hitzerekorde – schutzlos in der Klimakrise“, Maybrit Illner, 15. Juli 2021