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Retten Sie Bienen und Landwirte!

Wir teilen hier einen Aufruf von WeMove Europe. WeMove Europe ist eine unabhängige und wertebasierte Organisation, die Macht von unten aufbauen will, um Europa zu verändern, für uns alle, für künftige Generationen und für den Planeten.

 

Bienen und andere Bestäuber sterben in Massen. Sie fallen Ackergiften zum Opfer. Dabei muss ein Drittel unserer Nahrung von Bienen, Schmetterlingen oder Fliegen bestäubt werden, um Früchte tragen zu können. Ohne ihren Dienst wächst einfach nicht genug. Ohne Bienen blieben unsere Teller immer wieder leer! [1]

 

Die Hersteller der Ackergifte kümmert das nicht. Sie, allen voran der Bayer-Monsanto-Konzern, pochen weiter darauf, Umsatz und Gewinn jedes Jahr steigern zu können. Landwirte, die in dem intensiven, industriellen Agrarsystem erfolgreich sein wollen, sind auf chemische Dünger und Gifte angewiesen. Ein Ausstieg aus diesem System fällt ihnen schwer, weil die EU den falschen Weg jedes Jahr mit 60 Milliarden Euro fördert.

 

In einem breiten Bündnis sammeln wir seit November 2019 Unterschriften für die Europäische Bürgerinitiative (EBI). Mit ihr fordern wir einen radikalen Schwenk in der europäischen Landwirtschaft. Artenvielfalt muss erhalten bleiben, Ökosysteme müssen geschützt und wiederhergestellt werden. Bauern, die das schaffen, müssen unterstützt werden.

Wir fordern, chemisch-synthetische Pestizide schrittweise abzuschaffen. Mit dem Gift würde ein wichtiger Pfeiler der industriellen Landwirtschaft mit ihren Monokulturen wegfallen. Das ist ein großer Schritt und braucht unsere gemeinsame Anstrengung. Wir müssen mehr als eine Million Bürgerinnen und Bürger der EU sein, die das fordern - und wir sind fast am Ziel angekommen. Dann sind sowohl die EU-Kommission als auch das Europaparlament verpflichtet, uns zu treffen und eine begründete Antwort zu geben.

 

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Jetzt unterschreiben, um die Bienen zu retten!

 

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Die Beweise sind überzeugend. Überall wo intensiv Landwirtschaft mit zu viel Dünger, Monokulturen und Pestiziden betrieben wird, da ist die Artenvielfalt das Opfer. Auch die Böden und unser Trinkwasser werden schlechter. Dabei kann uns auch eine nachhaltige Landwirtschaft satt machen. Und sie kann die Arten schützen, unser Trinkwasser sauber halten und trägt außerdem zum Klimaschutz bei. All das sind keine leeren Behauptungen, sondern lässt sich durch vielfältige und groß angelegte Vergleichsstudien belegen. Noch können wir hoffen, dass die Natur sich schnell genug erholt, wenn wir rasch umsteigen. Aber es ist offensichtlich, dass nicht noch weitere sieben Jahre die falsche Landwirtschaft gefördert werden darf.

 

Das Agrarbudget der EU ist schon immer sehr groß gewesen. Die rund 60 Milliarden Euro pro Jahr machen etwa 40% des gesamten Haushaltes der EU aus. Viel zu viel davon landet über Zuschüsse für die Landwirte schließlich in den Taschen derjenigen, die Agrochemie betreiben: Bayer, Monsanto, der US-Konzern Pioneer und andere. Die Chemieriesen haben natürlich eine Horde von Lobbyisten in den wichtigen Hauptstädten Europas und vor allem in Brüssel. Sie versuchen mit allen Mitteln die Politiker/innen (und uns) glauben zu machen, ihre Chemikalien würden weder Natur noch die Gesundheit von Tier und Mensch gefährden.

 

Nach Aufrufen von Millionen von Europäer/innen im Jahr 2018 stimmte die EU einem nahezu vollständigen Verbot von Neonicotinoiden zu, einer spezifischen Art von Pestiziden, die das zentrale Nervensystem der Bienen schädigt. [2] Das alles geschieht auf der Grundlage eines Gesetzes von 2019, mit dem die Transparenz im gesamten Zulassungsprozess von Pestiziden erhöht worden ist - auf unseren Druck hin! [3]

 

Aber es reicht nicht, wenn wir uns immer nur gegen jedes einzelne Pestizid stemmen! Wir wollen, dass die EU mit unseren Steuergeldern eine grundlegend andere Landwirtschaft fördert. Das fängt bei der Forschung an und muss die gesamte Bandbreite nachhaltiger Landwirtschaft umfassen.

Jetzt unterschreiben, um unsere Ökosysteme zu schützen!

 

Dankbar für die Initiative einer Europäischen Bürgerinitiative sind wir sehr gerne in dem breiten Bündnis dabei und streiten für eine nachhaltige Landwirtschaft in der EU. Mit der EBI haben wir einen Hebel, um echte Verbesserung zu erreichen. Gemeinsam packen wir es an. Seien Sie dabei!

 

Freundliche und engagierte Grüße

 

Annemarie Botzki (Berlin)

David Schwartz (London)

Virginia López Calvo (Madrid)

Marta Tycner (Warschau)

Giulio Carini (Rom)

Alexandre Naulot (Marseille)

 

für das gesamte WeMove Europe Team

 

Referenzen:

[1] https://www.independent.co.uk/environment/bee-decline-dying-out-honeybees-uk-food-production-extinction-a6939266.html

[2] https://www.bbc.co.uk/news/science-environment-43910536

[3] Im Jahr 2017 starteten wir eine EBI zum Verbot von Glyphosat gemeinsam mit einer großen Koalition von Partnern in ganz Europa. Ein EU-weites Verbot von Glyphosat haben wir zwar nicht erwirkt, aber wesentliche Änderungen an der EU-Transparenz des Pestizid-Zulassungsverfahrens durchgesetzt, die Anfang dieses Jahres in Kraft getreten sind. Weitere Informationen über das direktdemokratische Instrument der Europäischen Bürgerinitiative finden Sie auf der Website der EU hier: https://ec.europa.eu/citizens-initiative/public/welcome