Nachrichten vom NABU Mönchengladbach


Stadt Mönchengladbach sägt weiter...

Pongser Wald Oktober 2019

Liebe Besucherinnen und Besucher, wir sammeln Bilder und Berichte über vergleichbare "Pflegemaßnahmen". Bitte senden Sie Ihre Hinweise an:

nabu.moenchengladbach@gmail.com

 


Baumpflege und Verkehrssicherheit - Hysterisch und den Zielsetzungen des Naturschutzes entgegengesetzt

Die alte Buche erfreute 150 Jahre den Wanderer und die Waldbesucher, trotz des Pilzbefalls hätte der Baum noch viele Jahrzehnte leben können und sogar als stehendes Totholz für eine Bereicherung des Waldlebens gesorgt.

 

Verkehrssicherheit -Tausende sterben jährlich im Straßenverkehr, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit von einem abbrechenden Ast verletzt oder getötet zu werden? Kann nicht ein Sturm eine Dachziegel zu einer Gefahrenquelle machen? Vertreibt man aus rein prophylaktischen Gründen Menschen aus ihren Häusern, um diese abzureissen wie die alte Buche, die den letzten Schwarzspecht beherbergte?

 

Der Kreis Heinsberg zeigt eine bessere Alternative: ein Hinweisschild informiert den Wanderer über die Gefahr des Astbruches, der Baum aber fällt nicht der Säge zum Opfer.

 


Entdeckung neuer Pilzart

Unser Mykologe, Hans Bender, hat wieder eine neue Pilzart entdeckt:

 

Lasionectriopsis germanica
a new genus in the Bionectriaceae, based on the new species!
 Lasionectriopsis germanica Lechat, P.-A. Moreau & H. Bender, Ascomycete.org 11(1): 1 (2019).

 

Wir freuen uns und wir gratulieren!

Siehe auch ´Bildergalerie Knippertzbach´.

Mykologischer Neufund

 

Tyromyces fumidiceps
Tyromyces fumidiceps G.F. Atk., Annls mycol. 6(1): 61 (1908)
= Oligoporus fumidiceps (G.F. Atk.) Teixeira [as 'Olygoporus'], Revista Brasileira de Botânica 15(2): 126 (1992).

Weitere Informationen auf der gleichen Webseite unter http://www.bender-biotop.de/pilz_der_woche/2019/_tyromyces_fumidiceps.html.

 


Der Fortschritt naht und das Wasser geht...

Michael Zobel: "Ich könnte mich jetzt in Rage reden. Jetzt tun alle gerade so, als wenn im Hambacher Forst das Weltklima gerettet würde".

"Herr Laschet, ich könnte mich jetzt in Rage schreiben. Eine Einladung zum Waldspaziergang haben sie noch nicht einmal beantwortet. Stattdessen sehen Sie zu, wie RWE im und am Wald und in den Dörfern täglich unumkehrbare Tatsachen schafft. Mit Ihrer Unterstützung werden hier täglich wertvollste landwirtschaftliche Flächen vernichtet, Dörfer ausradiert, Menschen und Tiere vertrieben, das Grundwasser in unverantwortlicher Weise abgepumpt. Das Weltklima wird sicherlich nicht am Hambacher Wald gerettet. Aber dieser Wald steht wie kein anderes Symbol für eine Politik und eine Technik von gestern, die dringend so schnell wie möglich beendet werden muss. Dem Hambacher Wald geht es schlecht, die Bagger kommen immer näher, die Bäume verlieren ihr Laub, das Wasser wird in immer größerem Umfang abgepumpt, eine Umweltkatastrophe ist in vollem Gange. Und hier vor Ort deutlich zu sehen.Die Landesregierung will tatsächlich RWE für den Tagebau Hambach eine neue wasserrechtliche Genehmigung 2020-2030 erteilen, obwohl klar ist, dass der Tagebau nach dem Ergebnis der Kohlekommission solange kaum fortgeführt werden kann." 

Newsletter August 2019, Michael Zobel, Waldpädagoge.

Sommer 2019

 

Der Fortschritt naht und das Wasser geht. Der Fortschritt verwandelt das Schöne in das Hässliche, er zerstört Wälder, Meere und Landschaften. In seinem Namen werden Pflanzen, Tiere und Menschen ermordet und die Regierungen produzieren Worte, Worte und Worte... zu Gunsten skrupelloser Konzerne und zu Lasten von Mutter Erde.

 

Kurt Sasserath


Hans Jonas und Fridays for Future

 

 Angesichts des Zusammenbruchs der Biodiversität , der um uns herum im Gange ist, erscheint es höchste Zeit, an einen im Jahr 1903  in Mönchengladbach geborenen  Philosophen zu erinnern, der sich Gedanken über die  Verantwortung des Menschen im Umgang mit der Natur gemacht hat. Die Rede ist von Hans Jonas, dem 1987 der Friedenspreis des deutschen Buchhandels verliehen und der 1989 mit der Ehrenbürgerschaft der Stadt Mönchengladbach ausgezeichnet wurde. Hans Jonas verstarb am 05. Februar 1993 in New Rochelle bei New York.

 

Hier und heute soll an ein philosophisches Werk von Hans Jonas erinnert werden, das auch von den politischen und  wirtschaftlichen Entscheidern in Stadt, Land  und Bund gelesen (und verstanden) werden sollte. Gemeint ist das 1979 erschienene Buch „Das Prinzip Verantwortung“. In diesem Werk beschreibt Hans Jonas die Verantwortung, die wir Menschen haben, wenn wir die Technik benutzen, um in die Natur einzugreifen und diese ggf.  zerstören (mit den sich daraus für die Menschheit ergebenden Konsequenzen).

 

In Anlehnung an Kants kategorischen Imperativ, der da lautet: „Handle so, dass Du willst, dass Deine Handlung allgemeines Gesetz wird“, postuliert Hans Jonas für den Umgang der Menschen mit der Natur seinen eigenen Imperativ: „Handle so, dass die Wirkungen Deiner Handlungen verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf der Erde“.

 

Das heißt, jeder Mensch hat bei Eingriffen in die Natur „das Prinzip Verantwortung“ zu beachten, nämlich die Verantwortung, den uns nachfolgenden Generationen eine intakte Welt  zu hinterlassen.

 

Angesichts der heutigen permanenten Umweltvernichtung (Bodenversiegelung, Meeresverschmutzung und Überfischung, Artenschwund, Luftverschmutzung pp.) stellt sich die Frage, ob unsere gegenwärtigen politischen und wirtschaftlichen Führungspersönlichkeiten diese Maxime von Hans Jonas verinnerlicht haben und  umsetzen. Die Antwort kann sich jeder selber geben.

 

Lesen Sie das Buch von Hans Jonas mit dem Titel „Das Prinzip Verantwortung“ und helfen Sie mit, die Welt zu retten. Den jungen Menschen von „Fridays for Future“, deren Engagement hoffentlich nicht zu spät kommt, sage ich: Fordert von den Älteren „das Prinzip Verantwortung“ ein und bleibt aktiv, um die Natur wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Engagiert euch beim Naturschutzbund Deutschland (NABU).

 

Zum Abschluss zwei Zitate zum Nachdenken:

 

„Wer glaubt, dass in einer endlichen Welt unendliches  Wachstum möglich sei, … kann nur verrückt sein – oder Ökonom (Serge Latouche).

 

„Nicht der Mensch ist Herr der Schöpfung sondern die Technik, der er als defizitäres Wesen gegenübersteht und die in letzter Konsequenz zu seinem Verschwinden führt (Günther Anders).

 

Karlheinz Büchner, 25.06.2019


Stadt  und  Natur  in  Mönchengladbach  Der „kontrollierbare Konzern“ MG zerstört weiterhin Natur in der Stadt.

Von  Karlheinz  Büchner

„Der Mensch ist Teil der Natur. Stirbt die Natur, dann stirbt auch der Mensch“  (Bertrand Russell,  britischer Philosoph, Mathematiker und Logiker).

 

Die Natur in Mönchengladbach wird seit der Industrialisierung  kontinuierlich zerstört. Ein weiterer Baustein der Naturzerstörung ist wohl der erklärte Wunsch unserer gewählten „Stadtväter“, die Stadt Mönchengladbach zu einem „kontrollierbaren Konzern“ zu gestalten (Rheinischen Post 28. und 29.06.2018). Urheber der marktwirtschaftlichen Stadtvision ist Dr. Gregor Bonin (CDU), der mittlerweile zugleich als Stadtdirektor, Planungs- und Umweltdezernent in der „wachsenden Stadt“ Mönchengladbach tätig ist. In der Beratungsvorlage Nr. 16661/IX vom 24.05.2016  für den Rat heißt es u. a.: „Effekte der Umsetzung der Strategie sind Verkaufserlöse aus städtischen Grundstücken und die Erhöhung der Einnahmen im Bereich Grundsteuer, die Förderung der lokalen Wirtschaft durch erhöhte Bautätigkeit, die Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze sowie die Erhöhung der Gewerbesteuereinnahmen durch die Ansiedlung von Unternehmen.“ Darin wird nicht einmal der Begriff „Schutz der Natur“ erwähnt. Wir wollen daher einmal hinterfragen, was der „Konzern Mönchengladbach“ für die Menschen und die Natur in Mönchengladbach bedeutet:

 

„Als Konzern bezeichnet man den Zusammenschluss eines herrschenden und eines oder mehrerer abhängiger Unternehmen unter Leitung des herrschenden Unternehmens“ (Wikipedia). Ganz allgemein formuliert, ist ein Konzern ein großes, auf Gewinn ausgerichtetes Unternehmen. Der Gewinn kann neoliberal geschöpft werden aus der Ausbeutung von vorhandenen Ressourcen sowie aus der Herstellung und dem Vertrieb  von Produkten.

      

Die Stadt Mönchengladbach hat in den letzten Jahren viele neue Gesellschaften wie z. B. die GEM, MAGS, EWMG, MGMG gebildet, die dem Konzern Stadt Mönchengladbach Gewinne zuführen sollen. Im oben angeführten Artikel der Rheinischen Post vom 29.06.2018 wird u. a. ausgeführt: „Mönchengladbach soll wachsen – an Einwohnern, an neuen Baugebieten, an Wasserflächen, an Ansiedlungen und insgesamt an Attraktivität.“ Anhand der Fakten, die von den politisch Handelnden in der Zeit ab 2015 bis heute geschaffen wurden, kann man ersehen, dass auch die Bereiche Verkehrslandeplatz Mönchengladbach, Straßenbau und Sauberkeit zu den Tätigkeitsfeldern des kontrollierbaren Konzerns Stadt MG gehören. Inzwischen dürfte wohl den meisten Bürgern klar sein, dass wirtschaftliches Wachstum in unserer Welt vor Allem durch die Ausbeutung von Ressourcen generiert wird.

 

Das heißt für Mönchengladbach: Im Norden und Westen unserer Stadt gibt es noch größere Freiraumbereiche, die im Sinne der Konzernstrategie gewinnbringend ausgebeutet werden müssen. So soll das geplante Gewerbegebiet Mackenstein nördlich von Hardt Gewinn an Gewerbesteuer erbringen, auf Kosten der Natur, die zerstört wird.

 

Im Westen von Rheindahlen wurde im Freiraum die Firma Amazon angesiedelt und nebenan soll Bad Reuter eine Niederlassung bauen. Im Süden soll das bestehende Gewerbegebiet Güdderath vergrößert werden. Das ist Naturzerstörung in großem Stil. Überall in der Stadt wird Raum auch vernichtet für den Bau neuer Wohngebiete, die v. a. die Reichen in die Stadt locken sollen. Leiden müssen wieder Natur und Biodiversität. Der Bestand an Insekten, Vögeln und wildlebenden Säugetieren geht in der Stadt Mönchengladbach zwangsläufig dramatisch zurück.

 

Abschließend sei noch festgehalten, dass der „Konzern“ Stadt Mönchengladbach seine Bürger auch durch Gebührenerhöhungen  (z. B. Anhebung der Grundsteuer) zur Gewinnmaximierung heranziehen kann. Warum lassen wir Bürger/innen, welche die Natur lieben und schützen, dies uns eigentlich gefallen? Der Schutz der Natur wird in Mönchengladbach durch die derzeit regierenden Parteien offensichtlich nicht ausreichend gefördert. Im Jahr 2020 steht die nächste Kommunalwahl an. Wir, die Bürger/innen dieser Stadt, haben die Macht, durch unsere Wählerstimme den wachsenden „Konzern“ Stadt Mönchengladbach in die Schranken zu weisen und einen Wertewandel einzuleiten.


Das  Naturschutzgebiet Volksgarten-Bungtwald-Elschenbruch

 

Von  Karlheinz  Büchner

 

Im Bereich der Stadt Mönchengladbach existieren derzeit 16 ausgewiesene Naturschutzgebiete. Diese Gebiete werden hier in loser Folge einzeln vorgestellt, heute das Naturschutzgebiet „Volksgarten-Bungtwald-Elschenbruch“. Dieses hat die amtliche Kennung MG-001 und eine Größe von 137 ha.  Das NSG beginnt nördlich vom Schloss Rheydt, zieht sich bis zur Korschenbroicher Straße (L 381) und endet westlich beim Volksgartenweiher.

 

Es wird von zahlreichen Wegen und einer Straße durchschnitten und umschließt zwei Sporteinrichtungen: ein Freibad und einen Schießstand. Dennoch kommen auch größere ungestörte Bereiche vor. Der Wert des Gebietes liegt vor allem in seinem reich strukturierten Feuchtwaldkomplex und den altholzreichen Buchenbeständen. Leider werden die Altbuchen in den letzten Jahren durch den städtischen Forstbetrieb bei Pilzbefall oder anderen Schäden wegen vermeintlicher Gefahren für die Bevölkerung konsequent gefällt. Dabei wäre es auch möglich – so wie in anderen Kommunen – die „kränkelnden“ Bäume stehen zu lassen und die Wege in der Nähe zu sperren bzw. durch Hinweisschilder das Begehen auf eigenes Risiko zu gestatten.

 

Der große zusammenhängende Waldkomplex in der Niersaue wird bestimmt von zwei Feuchtwaldbereichen an Bungtbach und Labberbach und von großen Hybridpappelforsten entlang der Niers im Osten mit einigen Wiesenbereichen. Dazwischen liegen grundwasserfernere Zonen mit Buchenwald. Der Wald ist aus Beständen aller Altersstufen zusammengesetzt und vor allem der Auwald zeichnet sich durch eine gut entwickelte Strauchschicht und üppige Krautvegetation aus. An Auwaldtypen gibt es sumpfigen, bruchwaldartigen Erlenwald und ausgesprochen artenreichen Hartholzauwald (Quelle: www.naturschutzinformation-nrw.de).

 

Die Fließgewässer im Gebiet sind, wie z. B. die Niers, begradigt und ausgebaut. Nördlich von Schloss Rheydt wurden die alte Niers und der Bungtbach aber inzwischen dankenswerterweise von der NEW renaturiert. Der Labberbach umfließt den Schwanenweiher. Stillgewässer sind der Volksgartenteich, der Schwanenweiher neben dem Freibad und die beiden Eiskellerteiche am Bungtbach bei Hardterbroich.

 

Die großen Vorkommen des Buschwindröschen sind im Frühling ein Anblick von bezaubernder Pracht. An manchen Stellen blüht  die Schlüsselblume. Auch das gemeine Lungenkraut ist schön anzusehen. An weiteren Pflanzen seien beispielhaft erwähnt der Aronstab, die knotige Braunwurz, die Einbeere und die echte Nelkenwurz.

 

Zahlreiche Vogelarten leben und nisten zum Teil im Gebiet. So wurden in der Vergangenheit bereits  Sumpfmeise, Grünspecht, Buntspecht, Sumpfrohrsänger und  Nachtigall gesichtet.  An Säugetieren seien aufgezählt Rehe, Hasen, Kaninchen, Fuchs, Iltis, Wiesel und  diverse Mausarten. Sicherlich leben auch verschiedene Fledermausarten im Naturschutzgebiet.

 

Für den Wanderer bietet es sich an, als Ausgangspunkt für einen Rundgang den Parkplatz am Volksgartenweiher zu wählen. Besonders schön ist eine Rundwanderung im Frühling, wenn Ende März die Buschwindröschen und andere Frühblüher den Waldboden bedecken.

 

Gute Wanderkarten sind im Handel erhältlich. Aber es ist selbstverständlich, dass sich Besucher des NSG nur auf den ausgewiesenen Wegen bewegen und Hunde an der Leine führen.

 

Fotos: Karlheinz Büchner.


Wussten  Sie  schon ?   von  Karlheinz  Büchner

Von  Karlheinz  Büchner

 

Vor ein paar Monaten besuchten mich die Bücher der Autoren Stephan  Lessenich und Serge Latouche. Manches vom Inhalt war mir bekannt, und vieles hat meinen  Blickwinkel geschärft:

 

„Wussten Sie schon, dass der Anteil aller Beschäftigten allein in der deutschen Landwirtschaft von 25 %  zu Beginn der 1950er Jahre auf  1,6 %  im Jahre 2016 gesunken und gleichzeitig die Produktivität auf Kosten der Biodiversität extrem angewachsen ist?“

 

„Wussten Sie schon, dass Deutschland durch Agrarhandel kontinuierlich über 5 Millionen Hektar [Anm. K. Büchner: 50.000 km²] Land außerhalb der EU in Anspruch genommen hat (meistens für Soja-Anbau in Südamerika), damit hier in Deutschland die Tiermäster genug Futter für ihre Tiere in den Mastfabriken haben?“

 

„Wussten Sie schon, dass die USA allein im Jahre 2011  300.000 Tonnen Elektronikschrott nach Asien und 100.000 Tonnen nach Mexiko exportiert haben?“  

 

„Das alles sind Folgen der sogenannten Konsumgesellschaft, in der wir leben. Umweltschädigende Problemindustrien, Abfallstoffe werden kurzerhand ins Ausland exportiert und ganze Landstriche werden ausgebeutet wie z. B. der Regenwald in Brasilien und die Pampas in Argentinien. Wir alle, die wir auf der Nordhalbkugel leben, beuten die Erde, ihre Ressourcen und die Menschen auf der Südhalbkugel aus.“

 

Sogar vor unserer Haustüre findet diese Ausbeutung statt: RWE Power vernichtet für den Abbau der Braunkohle ganze Landstriche, vertreibt die Bewohner und verpestet die Luft. Täglich werden in Deutschland ca. 67 Hektar Naturfläche für Gewerbe-, Wohngebiete, Straßen u. a. vernichtet wird? Das sind alle 10 Jahre ca. 2440 km² Naturfläche! Und täglich werden in Mönchengladbach Sträucher und Bäume gefällt. Dies hat in den letzten beiden Jahren dramatische Ausmaße angenommen. Allenthalben entsteht Ödnis und die Pflanzen können keinen Sauerstoff mehr vor Ort produzieren. Wildlebende Säugetiere, Amphibien, Insekten und Vögel sterben aus. Sichtachsen zu schaffen, ist offenbar wichtiger als Biodiversität.

 

„Wussten Sie schon, dass die Deutschen ‚Reiseweltmeister‘ sind?  Im Jahr 2015 begaben sich 81,6 Millionen Passagiere von deutschen Flughäfen in die Lüfte. Und die Zahlen gehen weiter stark nach oben. Das schädigt den Planeten, auf dem wir leben.“

 

 Serge Latouche hat auch folgenden Satz geschrieben: „Wer glaubt, dass in einer endlichen Welt unendliches Wachstum möglich ist, kann nur verrückt sein – oder Ökonom.“

 

Ich darf empfehlen, beide Bücher zu lesen: 

 

Lessenich, Stephan: „Neben uns die Sintflut. Die Externalisierungsgesellschaft und ihr Preis.“ Hanser Verlag. Berlin, 5. Aufl. 2016

 

Latouche, Serge: „Es reicht! Abrechnung mit dem Wachstumswahn.“ Oekom Verlag. München 2015

 

Gemeinsam sind wir stark, die Welt positiv zu verändern.



Kleingärtenverein zum Burggrafen in Odenkirchen

Der NABU Mönchengladbach arbeitet seit 2017 zusammen mit dem Kleingärtnerverein „Zum Burggrafen“. Am vergangenen Montag wurde feierlich ein Schaukasten mit Poster, Infokarten und anderen Infomaterialien ausgestattet. Die Kinder der Kita Mühlenkinder waren auch dabei. Gleichzeitig wurde vom Imker Bernd Wree ein Bienenstock aufgestellt . Wenn die Bienenweide (siehe Fotoslider) ihre volle Pracht entfaltet, haben die Bienen eine wunderbare Nektarquelle direkt vor der Haustür.

 

Artikel von RP Online/ S. Esch

Der Klang von wirbelndem Wind, Vogelgezwitscher aus den Baumkronen, das Summen von Bienen und das Rascheln von Blumenblättern - das sind die Geräusche, die Besucher in der öffentlichen Kleingartenanlage in Odenkirchen als erstes entgegenkommen. Aber da ist noch etwas. Ein Wort, das beim Gespräch mit den Mitgliedern des Kleingärtnervereins (KGV) „Zum Burggrafen“ ständig fällt und gleichzeitig als Leitmotto für die schöne Anlage steht: „Ökologisch.“

„Wir wollen hier in der Gartenanlage alles dafür tun, um dem Bienen- und Insektensterben entgegenzuwirken“, erklärt Franz-Peter Pelzer, Gartenfachwart des KGV. „Deshalb hatte es für uns im vergangenen und auch in diesem Jahr Priorität darauf zu achten, die Anlage ökologischer zu gestalten.“ Ein Schritt sei beispielsweise, dass Hecken und Blumen, die über die Gehwege ragen, nicht mehr komplett abgeschnitten werden. „Wir hoffen dadurch, noch mehr Bienen anzulocken“, betont Friedrich Brill, Vorsitzender des KGV „Zum Burggrafen“. Darüber hinaus finden sich in den verschiedenen Gärten der Anlage immer wieder neue Insektenhotels oder Strohballen und große Baumstämme. „Wir haben die Stämme sogar mit kleinen Löchern präpariert. Sie können genauso wie die Strohballen als Nistplätze für Insekten genutzt werden“, so Pelzer. Die angepflanzten Blumen spiegeln ebenfalls den ökologischen Gedanken wieder. „Wir haben vermehrt Wildpflanzen aus Mönchengladbach und dem Umfeld angesägt. Viele Sträucher und Blumen, die sonst am Straßenrand einfach weggeschnitten werden würden“, erklärt Peltzer. Dafür habe man sich sogar Hilfe beim NABU geholt. „Vom NABU sind wir in großer Anzahl mit Pflanzen und Samen versorgt worden. Es wird rund fünf Jahre dauern, bis dann auch alles zu sehen ist.“

Und auch den Nachwuchs hat sich der KGV „Zum Burggrafen“ mit ins Boot geholt. „Wir haben hier ein Beet, in dem die Kinder der Kita Mühlenkinder alles angepflanzt haben und sich auch darum kümmern“, so der Gartenfachwart. Gesät worden sind unter anderem Radieschen, Möhren und Kürbisse. Mindestens einmal in der Woche kämen die Kinder zum Gießen. Auch ernten sollen sie später selbst.

Für dieses Engagement ist der KGV „Zum Burggrafen“ kürzlich mit dem Wanderpokal für 2017 ausgezeichnet worden. „Im vergangenen Jahr haben wir locker 1000 Arbeitsstunden in die Anlage investiert, um sie noch ökologischer zu machen“, erklärt Peltzer. Das belohnte dann auch die Jury des Kreisverbandes Mönchengladbach der Gartenfreunde, die den Wanderpokal jährlich an eine der 50 Kleingartenanlagen in Mönchengladbach verleiht. „Das war schon wirklich toll, eine Ehre“, sagt Brill. „Und 100 Liter Freibier gab es dazu“, ergänzt Peltzer und lacht.

Die Trophäe steht nun zunächst für ein Jahr vor dem Haupthaus des KGV in der Kleingartenanlage. [...] „Wir sind in Sachen Ökologie so etwas wie ein Vorreiter in Mönchengladbach“, erklärt Peltzer. „Jetzt müssen die anderen Anlagen nachziehen, wenn sie den Pokal gewinnen wollen. Und egal wie es ausgeht - die Natur gewinnt.“ Und das sei das Wichtigste. [...] “Wenn jemand morgens kündigt, ist das Stück am Abend meist schon wieder weg. Die gute Arbeit in unserer Anlage hat sich schon herumgesprochen.“

Sebastian Esch (se) ist seit Oktober 2016 Journalistenschüler der Rheinischen Post.

Quelle: https://rp-online.de/nrw/staedte/moenchengladbach/moenchengladbach-kleingaertnerverein-zum-burggrafen-gewinnt-den-wanderpokal-2017_aid-23407575

 

Fotos: NABU Mönchengladbach