Nachrichten vom NABU Mönchengladbach

Bürger fragen Politiker

Worauf erwarten Sie Antworten von den Parteien und / oder den Kandidaten für das Amt des Hauptverwaltungsbeamten für die Zeit nach der Kommunalwahl 2020?


Was blüht jetzt? -Eine Digitale Frühjahrsblüherwanderung-

Überraschend genug blüht das Hasenglöckchen (links) dieses Jahr  anschliessend bis gleichzeitig mit dem Maiglöckchen.

 

Das goldene Gelb der Schlüsselblume (Primula Veris) erfreut uns seit März (1. Foto Slider).

 Der Gunderman (Glechoma hederacea), ein Lippenblütler (2. foto Slider), blüht seit einigen Tagen.

 

Der stinkende Storchschnabel oder Ruprechtskraut mit seinen rosa Blüten, (3. Foto Slider)  ist eine heimische Geranienart (Geranium robertianum), die stark riecht. Eine sehr beliebte Insektenpflanze, die schon mancher hungrigen Hummel oder Wildbiene im Garten geholfen hat, durch die oft harte Frühlingszeit zu kommen.

 

Die Weiße Lichtnelke (Silene latifolia ), auch Breitblättrige Lichtnelke genannt, blüht schon seit 2 Wochen (Foto 4 Slider).

 

Der weißblühende Bärlauch (Allium ursinum) ist schon verblüht, er hat um die Osterzeit seine wunderschönen Blüten entfaltet (2. foto Slider, Waldfoto).

 

Bild: Die kleinen Blümchen des Hasenglöckchens (Hyacinthoides), auch Wilde Hyazinthe, sind schon heute wegen der hohen Temperaturen (bis 24 Grad in der Sonne!) teilweise verblüht.

 

Sliderfotos



Stadt Mönchengladbach sägt weiter...

Pongser Wald Oktober 2019

Liebe Besucherinnen und Besucher, wir sammeln Bilder und Berichte über vergleichbare "Pflegemaßnahmen". Bitte senden Sie Ihre Hinweise an:

nabu.moenchengladbach@gmail.com

 


Baumpflege und Verkehrssicherheit - Hysterisch und den Zielsetzungen des Naturschutzes entgegengesetzt

Die alte Buche erfreute 150 Jahre den Wanderer und die Waldbesucher, trotz des Pilzbefalls hätte der Baum noch viele Jahrzehnte leben können und sogar als stehendes Totholz für eine Bereicherung des Waldlebens gesorgt.

 

Verkehrssicherheit -Tausende sterben jährlich im Straßenverkehr, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit von einem abbrechenden Ast verletzt oder getötet zu werden? Kann nicht ein Sturm eine Dachziegel zu einer Gefahrenquelle machen? Vertreibt man aus rein prophylaktischen Gründen Menschen aus ihren Häusern, um diese abzureissen wie die alte Buche, die den letzten Schwarzspecht beherbergte?

 

Der Kreis Heinsberg zeigt eine bessere Alternative: ein Hinweisschild informiert den Wanderer über die Gefahr des Astbruches, der Baum aber fällt nicht der Säge zum Opfer.

 


Entdeckung neuer Pilzart

Unser Mykologe, Hans Bender, hat wieder eine neue Pilzart entdeckt:

 

Lasionectriopsis germanica
a new genus in the Bionectriaceae, based on the new species!
 Lasionectriopsis germanica Lechat, P.-A. Moreau & H. Bender, Ascomycete.org 11(1): 1 (2019).

 

Wir freuen uns und wir gratulieren!

Siehe auch ´Bildergalerie Knippertzbach´.

Mykologischer Neufund

 

Tyromyces fumidiceps
Tyromyces fumidiceps G.F. Atk., Annls mycol. 6(1): 61 (1908)
= Oligoporus fumidiceps (G.F. Atk.) Teixeira [as 'Olygoporus'], Revista Brasileira de Botânica 15(2): 126 (1992).

Weitere Informationen auf der gleichen Webseite unter http://www.bender-biotop.de/pilz_der_woche/2019/_tyromyces_fumidiceps.html.

 


Der Fortschritt naht und das Wasser geht...

Michael Zobel: "Ich könnte mich jetzt in Rage reden. Jetzt tun alle gerade so, als wenn im Hambacher Forst das Weltklima gerettet würde".

"Herr Laschet, ich könnte mich jetzt in Rage schreiben. Eine Einladung zum Waldspaziergang haben sie noch nicht einmal beantwortet. Stattdessen sehen Sie zu, wie RWE im und am Wald und in den Dörfern täglich unumkehrbare Tatsachen schafft. Mit Ihrer Unterstützung werden hier täglich wertvollste landwirtschaftliche Flächen vernichtet, Dörfer ausradiert, Menschen und Tiere vertrieben, das Grundwasser in unverantwortlicher Weise abgepumpt. Das Weltklima wird sicherlich nicht am Hambacher Wald gerettet. Aber dieser Wald steht wie kein anderes Symbol für eine Politik und eine Technik von gestern, die dringend so schnell wie möglich beendet werden muss. Dem Hambacher Wald geht es schlecht, die Bagger kommen immer näher, die Bäume verlieren ihr Laub, das Wasser wird in immer größerem Umfang abgepumpt, eine Umweltkatastrophe ist in vollem Gange. Und hier vor Ort deutlich zu sehen.Die Landesregierung will tatsächlich RWE für den Tagebau Hambach eine neue wasserrechtliche Genehmigung 2020-2030 erteilen, obwohl klar ist, dass der Tagebau nach dem Ergebnis der Kohlekommission solange kaum fortgeführt werden kann." 

Newsletter August 2019, Michael Zobel, Waldpädagoge.

Sommer 2019

 

Der Fortschritt naht und das Wasser geht. Der Fortschritt verwandelt das Schöne in das Hässliche, er zerstört Wälder, Meere und Landschaften. In seinem Namen werden Pflanzen, Tiere und Menschen ermordet und die Regierungen produzieren Worte, Worte und Worte... zu Gunsten skrupelloser Konzerne und zu Lasten von Mutter Erde.

 

Kurt Sasserath


 

Das  Naturschutzgebiet Volksgarten-Bungtwald-Elschenbruch

 

Von  Karlheinz  Büchner

 

Im Bereich der Stadt Mönchengladbach existieren derzeit 16 ausgewiesene Naturschutzgebiete. Diese Gebiete werden hier in loser Folge einzeln vorgestellt, heute das Naturschutzgebiet „Volksgarten-Bungtwald-Elschenbruch“. Dieses hat die amtliche Kennung MG-001 und eine Größe von 137 ha.  Das NSG beginnt nördlich vom Schloss Rheydt, zieht sich bis zur Korschenbroicher Straße (L 381) und endet westlich beim Volksgartenweiher.

 

Es wird von zahlreichen Wegen und einer Straße durchschnitten und umschließt zwei Sporteinrichtungen: ein Freibad und einen Schießstand. Dennoch kommen auch größere ungestörte Bereiche vor. Der Wert des Gebietes liegt vor allem in seinem reich strukturierten Feuchtwaldkomplex und den altholzreichen Buchenbeständen. Leider werden die Altbuchen in den letzten Jahren durch den städtischen Forstbetrieb bei Pilzbefall oder anderen Schäden wegen vermeintlicher Gefahren für die Bevölkerung konsequent gefällt. Dabei wäre es auch möglich – so wie in anderen Kommunen – die „kränkelnden“ Bäume stehen zu lassen und die Wege in der Nähe zu sperren bzw. durch Hinweisschilder das Begehen auf eigenes Risiko zu gestatten.

 

Der große zusammenhängende Waldkomplex in der Niersaue wird bestimmt von zwei Feuchtwaldbereichen an Bungtbach und Labberbach und von großen Hybridpappelforsten entlang der Niers im Osten mit einigen Wiesenbereichen. Dazwischen liegen grundwasserfernere Zonen mit Buchenwald. Der Wald ist aus Beständen aller Altersstufen zusammengesetzt und vor allem der Auwald zeichnet sich durch eine gut entwickelte Strauchschicht und üppige Krautvegetation aus. An Auwaldtypen gibt es sumpfigen, bruchwaldartigen Erlenwald und ausgesprochen artenreichen Hartholzauwald (Quelle: www.naturschutzinformation-nrw.de).

 

Die Fließgewässer im Gebiet sind, wie z. B. die Niers, begradigt und ausgebaut. Nördlich von Schloss Rheydt wurden die alte Niers und der Bungtbach aber inzwischen dankenswerterweise von der NEW renaturiert. Der Labberbach umfließt den Schwanenweiher. Stillgewässer sind der Volksgartenteich, der Schwanenweiher neben dem Freibad und die beiden Eiskellerteiche am Bungtbach bei Hardterbroich.

 

Die großen Vorkommen des Buschwindröschen sind im Frühling ein Anblick von bezaubernder Pracht. An manchen Stellen blüht  die Schlüsselblume. Auch das gemeine Lungenkraut ist schön anzusehen. An weiteren Pflanzen seien beispielhaft erwähnt der Aronstab, die knotige Braunwurz, die Einbeere und die echte Nelkenwurz.

 

Zahlreiche Vogelarten leben und nisten zum Teil im Gebiet. So wurden in der Vergangenheit bereits  Sumpfmeise, Grünspecht, Buntspecht, Sumpfrohrsänger und  Nachtigall gesichtet.  An Säugetieren seien aufgezählt Rehe, Hasen, Kaninchen, Fuchs, Iltis, Wiesel und  diverse Mausarten. Sicherlich leben auch verschiedene Fledermausarten im Naturschutzgebiet.

 

Für den Wanderer bietet es sich an, als Ausgangspunkt für einen Rundgang den Parkplatz am Volksgartenweiher zu wählen. Besonders schön ist eine Rundwanderung im Frühling, wenn Ende März die Buschwindröschen und andere Frühblüher den Waldboden bedecken.

 

Gute Wanderkarten sind im Handel erhältlich. Aber es ist selbstverständlich, dass sich Besucher des NSG nur auf den ausgewiesenen Wegen bewegen und Hunde an der Leine führen.

 

Fotos: Karlheinz Büchner.


 

Kleingärtenverein zum Burggrafen in Odenkirchen

Der NABU Mönchengladbach arbeitet seit 2017 zusammen mit dem Kleingärtnerverein „Zum Burggrafen“. Am vergangenen Montag wurde feierlich ein Schaukasten mit Poster, Infokarten und anderen Infomaterialien ausgestattet. Die Kinder der Kita Mühlenkinder waren auch dabei. Gleichzeitig wurde vom Imker Bernd Wree ein Bienenstock aufgestellt . Wenn die Bienenweide (siehe Fotoslider) ihre volle Pracht entfaltet, haben die Bienen eine wunderbare Nektarquelle direkt vor der Haustür.

 

Artikel von RP Online/ S. Esch

Der Klang von wirbelndem Wind, Vogelgezwitscher aus den Baumkronen, das Summen von Bienen und das Rascheln von Blumenblättern - das sind die Geräusche, die Besucher in der öffentlichen Kleingartenanlage in Odenkirchen als erstes entgegenkommen. Aber da ist noch etwas. Ein Wort, das beim Gespräch mit den Mitgliedern des Kleingärtnervereins (KGV) „Zum Burggrafen“ ständig fällt und gleichzeitig als Leitmotto für die schöne Anlage steht: „Ökologisch.“

„Wir wollen hier in der Gartenanlage alles dafür tun, um dem Bienen- und Insektensterben entgegenzuwirken“, erklärt Franz-Peter Pelzer, Gartenfachwart des KGV. „Deshalb hatte es für uns im vergangenen und auch in diesem Jahr Priorität darauf zu achten, die Anlage ökologischer zu gestalten.“ Ein Schritt sei beispielsweise, dass Hecken und Blumen, die über die Gehwege ragen, nicht mehr komplett abgeschnitten werden. „Wir hoffen dadurch, noch mehr Bienen anzulocken“, betont Friedrich Brill, Vorsitzender des KGV „Zum Burggrafen“. Darüber hinaus finden sich in den verschiedenen Gärten der Anlage immer wieder neue Insektenhotels oder Strohballen und große Baumstämme. „Wir haben die Stämme sogar mit kleinen Löchern präpariert. Sie können genauso wie die Strohballen als Nistplätze für Insekten genutzt werden“, so Pelzer. Die angepflanzten Blumen spiegeln ebenfalls den ökologischen Gedanken wieder. „Wir haben vermehrt Wildpflanzen aus Mönchengladbach und dem Umfeld angesägt. Viele Sträucher und Blumen, die sonst am Straßenrand einfach weggeschnitten werden würden“, erklärt Peltzer. Dafür habe man sich sogar Hilfe beim NABU geholt. „Vom NABU sind wir in großer Anzahl mit Pflanzen und Samen versorgt worden. Es wird rund fünf Jahre dauern, bis dann auch alles zu sehen ist.“

Und auch den Nachwuchs hat sich der KGV „Zum Burggrafen“ mit ins Boot geholt. „Wir haben hier ein Beet, in dem die Kinder der Kita Mühlenkinder alles angepflanzt haben und sich auch darum kümmern“, so der Gartenfachwart. Gesät worden sind unter anderem Radieschen, Möhren und Kürbisse. Mindestens einmal in der Woche kämen die Kinder zum Gießen. Auch ernten sollen sie später selbst.

Für dieses Engagement ist der KGV „Zum Burggrafen“ kürzlich mit dem Wanderpokal für 2017 ausgezeichnet worden. „Im vergangenen Jahr haben wir locker 1000 Arbeitsstunden in die Anlage investiert, um sie noch ökologischer zu machen“, erklärt Peltzer. Das belohnte dann auch die Jury des Kreisverbandes Mönchengladbach der Gartenfreunde, die den Wanderpokal jährlich an eine der 50 Kleingartenanlagen in Mönchengladbach verleiht. „Das war schon wirklich toll, eine Ehre“, sagt Brill. „Und 100 Liter Freibier gab es dazu“, ergänzt Peltzer und lacht.

Die Trophäe steht nun zunächst für ein Jahr vor dem Haupthaus des KGV in der Kleingartenanlage. [...] „Wir sind in Sachen Ökologie so etwas wie ein Vorreiter in Mönchengladbach“, erklärt Peltzer. „Jetzt müssen die anderen Anlagen nachziehen, wenn sie den Pokal gewinnen wollen. Und egal wie es ausgeht - die Natur gewinnt.“ Und das sei das Wichtigste. [...] “Wenn jemand morgens kündigt, ist das Stück am Abend meist schon wieder weg. Die gute Arbeit in unserer Anlage hat sich schon herumgesprochen.“

Sebastian Esch (se) ist seit Oktober 2016 Journalistenschüler der Rheinischen Post.

Quelle: https://rp-online.de/nrw/staedte/moenchengladbach/moenchengladbach-kleingaertnerverein-zum-burggrafen-gewinnt-den-wanderpokal-2017_aid-23407575

 

Fotos: NABU Mönchengladbach