Nachrichten vom NABU Landes- und Bundesverband

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PRESSEMITTEILUNG NABU NRW | Nr. 39 | 29.07.2020

 

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Kohlweißlinge liegen wieder vorn

 

NABU stellt Ergebnisse der Schmetterlings-Zählaktion in NRW vor | Manche Arten erholen sich von den trockenen Sommern, andere sind weiterhin rückläufig

 

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Düsseldorf – Im Rahmen seines von der Deutschen Postcode Lotterie geförderten Projektes „Zeit der Schmetterlinge“ hatte der NABU NRW vom 15. Juni bis 15. Juli bereits zum 6. Mal in Folge zur landesweiten Schmetterlingszählaktion aufgerufen. Dabei stehen elf Tagfalterarten besonders im Fokus, gemeldet werden können aber alle beobachteten Tag- und Nachtfalter. Ziel ist es herauszufinden, welche und wie viele Tagfalter in den vier Sommerwochen vorrangig im Siedlungsbereich in NRW überhaupt noch zu beobachten sind. Und obwohl der Sommer die Zeit der Schmetterlinge schlechthin ist, sind die Ergebnisse wenig erfreulich: Mit insgesamt 18.000 gemeldeten Schmetterlingen, wurden zwar wieder mehr Falter gemeldet als im Vorjahr, dennoch liegen die Zahlen weit unter den Ergebnissen von 2017 (32.000) und 2018 (39.000).

 

 

 

Mit 4600 Meldungen sind die Kohlweißlinge dabei wieder die meist beobachteten und gemeldeten Tagfalter. Auf dem zweiten Platz liegt das Große Ochsenauge mit 1650 Beobachtungen. Platz 3 und 4 belegen die Bläulinge mit 1400 Meldungen und das Tagpfauenauge mit 1200 gemeldeten Tieren. Rund 800-mal wurde der Admiral gesichtet. Dicht beieinander liegen die Zahlen des Zitronenfalters (550), der Dickkopffalter (500) und des Schornsteinfegers (500). Die drei am seltensten gemeldeten Arten sind der C-Falter (300), der Kleine Fuchs (280) und der Distelfalter (100).

 

 

 

„Will man diese Zahlen interpretieren, muss man immer mehrere Aspekte berücksichtigen“, sagt Karl-Heinz Jelinek, Schmetterlingsexperte des NABU NRW. Zum einen sind die optimalen Bedingungen für jede Art verschieden, so benötigt das Tagpfauenauge beispielsweise andere Raupenfutter- und Nektarpflanzen als ein Bläuling oder Schornsteinfeger. Zum anderen sind die Arten von Klimaveränderung, Witterungsverhältnissen und Nitratreichtum der Umwelt durchaus unterschiedlich betroffen.“ Die Rückgänge einzelner Arten sollten daher insgesamt nie monokausal betrachtet werden, hier spielen meist verschiedenen Faktoren eine Rolle.

 

 

 

So sind die Beobachtungszahlen des Tagpfauenauges im Vergleich zum letzten Jahr wieder angestiegen. „Dem Tagpfauenauge hat der trockene Sommer 2018 massiv zugesetzt. Hier waren die Brennnesseln - die wichtigste Raupenfutterpflanze des Tagpfauenauges - bereits zum Zeitpunkt der Eiablage vertrocknet. Noch geschlüpfte Raupen fanden nichts mehr zum Fressen. Eine ganze Generation ist damit ausgefallen. Davon erholt sich die Art aber nun langsam wieder“, so Jelinek, weiter.

 

Während der Distelfalter im letzten Jahr der zweithäufigste Schmetterling der elf im Fokus stehenden Arten der Zählaktion war, ist er in diesem Jahr wieder auf den letzten Platz gefallen. Ein Ergebnis, das aber zu erwarten war: „Die Masseneinwanderung wie wir sie im Jahr 2019 erleben durften, geschieht etwa alle 10 Jahre, ansonsten fliegt der Falter während des Zählzeitraums viel seltener durch NRW“, erklärt Jelinek.

 

 

 

Die Zahlen des Schornsteinfegers sind mit wenigen Ausnahmengebieten, in den letzten Jahren in ganz NRW rückläufig „Es handelt sich hierbei um eine Waldrandart, die für ihre Entwicklung auf Waldsäume angewiesen ist. Diese Saumbereiche haben sich in den letzten 25 Jahren allerdings stark verändert. Sie sind weniger blütenreich, viele Bereiche sind eutrophiert und insgesamt werden Saumbereiche immer stärker zurückgedrängt. Diese Veränderungen könnten ursächlich sein für den Rückgang der Art“, so der NABU-Schmetterlingsexperte.

 

 

 

Die Bläulinge sind als Artengruppe diesmal auf dem dritten Platz gelandet Die Unterscheidung der Arten im Flug ist nicht ganz einfach, weshalb bei der Zählaktion die Bläulinge allgemein betrachtet werden. „Der kleine blassblaue Faulbaumbläuling zählt dabei zu den häufigen Arten. Er kommt in unseren Gärten gut zurecht. Seine Raupenfutterpflanzen, wozu auch Blutweiderich oder Steinklee gehören, sind häufig zu finden. Zudem ist er nicht auf eine oder wenige Pflanzen spezialisiert, sondern kann mehrere Pflanzen zur Entwicklung nutzen. Andere Bläulingsarten hingegen werden immer seltener“, weiß Jelinek. Und auch der Kleine Fuchs, der früher sehr häufig in NRW zu finden war, wird ebenfalls immer seltener gemeldet. Sein Verbreitungsgebiet scheint sich in die Gebirge und höheren Lagen zu verschieben. Sein Rückgang insbesondere im Tiefland wäre also vermutlich eher klimabedingt.

 

 

 

Mit der Zählaktion möchte der NABU NRW aufmerksam machen auf Schmetterlinge und möglichst viele Menschen dazu motivieren die Falter bei der Gestaltung von Garten und Balkon zu berücksichtigen: Mit naturnahem Gärtnern, den richtigen Pflanzen und einigen wilden Ecken, können unsere Gärten vielen Schmetterlingsarten Nahrung und Lebensraum bieten. Porträts der beliebtesten Pflanzen und tolle Beispielgärten sind unter www.schmetterlingszeit.de nachzulesen.

 

 

 

Dies allein wird aber nicht ausreichen, um den Schmetterlingen, weiteren Insektenarten sowie der Artenvielfalt insgesamt dauerhaft zu helfen. Um das Land Nordrhein-Westfalen dazu zu bewegen für die heimische Biodiversität ressortübergreifend mehr zu tun, hat der NABU NRW nun gemeinsam mit dem BUND NRW und der LNU die Volksinitiative Artenvielfalt NRW gestartet. Alle Bürger*innen sind aufgerufen, die Initiative für mehr Artenschutz durch ihre Unterschrift zu unterstützen. Mehr zur Kampagne der NRW-Naturschutzverbände unter www.artenvielfalt-nrw.de.

 

 

 

Die Meldungen der Schmetterlingszählaktion gingen über den NABU NRW und über die Onlineplattform des Kooperationspartners naturgucker.de ein. Wer in diesem Sommer weiterhin Schmetterlinge melden möchte, kann dies gern über folgenden Link tun: http://www.naturgucker.de/

 

 

 

Für Rückfragen:

 

Karl-Heinz Jelinek, Sprecher Landesfachausschuss Entomologie, mobil: 0151 15 211 483

 

Sarah Bölke, Projektleitung „Zeit der Schmetterlinge“, Tel.: 0211-15 92 51 52

 

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Herausgeber: NABU Nordrhein-Westfalen, 40219 Düsseldorf

 

Redaktion: NABU-Pressestelle NRW, Birgit Königs (verantwortlich)

 

Tel. 0211.15 92 51 - 14 | Mail: B.Koenigs@NABU-NRW.de  

 

 

 


NABU begrüßt 100.000stes Mitglied in NRW

 

Natur- und Umweltschutz sind den Menschen weiterhin wichtig

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Düsseldorf/Bochum Den Wert der Natur haben viele Menschen gerade in den letzten Wochen und Monaten wieder neu schätzen gelernt. Natur erleben zu können, dort zu entspannen und abzuschalten macht auch die gegenwärtige Krise vielfach erträglicher. Umfragen belegen aber schon lange, dass viele sich einen besseren Schutz der Natur wünschen und zunehmend dazu bereit sind, sich entsprechend zu engagieren. Dies spürt auch der NABU NRW, der sich über ein rasantes Mitgliederwachstum freut und heute das 100.000ste Mitglied in Bochum begrüßen konnte.

 

Erst im Februar 2019 zählte der NABU NRW 90.000 Mitglieder. Seitdem sind bis heute weitere 10.000 neue naturbegeisterte Mitglieder in Nordrhein-Westfalen dazu gekommen. Zum Vergleich von 2008 bis 2018 betrug der Zuwachs an Mitgliedern insgesamt 36.000, davon 6.600 Neumitglieder nur in 2018. „Dieser gesellschaftliche Rückhalt macht den NABU nicht nur zum mitgliederstärksten Naturschutzverband in Nordrhein-Westfalen, sondern versetzt ihn auch in die Lage, praktische Naturschutzarbeit vor Ort umzusetzen, neue Projekte in Angriff zu nehmen und sich erfolgreich als Anwalt der Natur auf politischer Ebene einzusetzen“, sagte Dr. Heide Naderer, Vorsitzende des NABU NRW.

 

In Bochum hieß die NABU-Landesvorsitzende nun Familie Aldach als 100.000stes Mitglied herzlich willkommen und überreichte der jungen Familie ein NABU-Willkommenspaket – auch stellvertretend für alle neuen Mitglieder und Aktiven in den NABU-Gruppen. „Wir freuen uns sehr, dass so viele Menschen den Weg zum NABU finden, denn sie verleihen dem NABU eine starke Stimme für den Schutz einzigartiger Lebensräume und den Erhalt der biologischen Vielfalt. Dafür möchten wir allen Menschen, die uns als NABU-Mitglied unterstützen und sich ehrenamtlich vor Ort für die Natur engagieren herzlich danken“, so Naderer.

 

Familie Aldach freute sich sehr über die herzliche Begrüßung. „Alle Familienmitglieder haben ein großes Interesse an den kleinen Dingen der Natur in ihrer Umgebung. Ob es die Bienen oder die Vögel im eigenen Garten sind oder der Eichhörnchen-Nachwuchs im Frühjahr, unsere Jungs haben immer viele Fragen zur Natur, den Tieren und Pflanzen, die sie sehen“, so Meike Aldach. Eine Mitgliedschaft im NABU mache es etwas einfacher solche Fragen auch zu beantworten. „Hier haben wir einerseits die Möglichkeit, an Führungen teilzunehmen und so viel über die Natur zu erfahren, andererseits können wir je nach Zeit und Lust auch Aktionen wie eine Müllsammelaktion unterstützen und so konkret helfen“, so die Mutter der Familie weiter. Und wenn die Zeit für aktive Unterstützung knapp sei, wolle man mit der Mitgliedschaft zumindest dazu beitragen, den Naturschutz zukünftig zu stärken.

 

Mathias Krisch vom NABU Bochum freute sich ebenfalls über den Neuzugang: „Wir freuen uns über die Verstärkung im NABU-Stadtverband. Der NABU in Bochum hat eine lange Historie. Die wichtige Naturschutzarbeit vor Ort wird dabei durch unsere ehrenamtlich Aktiven geleistet. Da ist jede weitere Unterstützung hoch willkommen.“

 

Der NABU Nordrhein-Westfalen engagiert sich seit über 50 Jahren für den Schutz bedrohter Lebensräume, für gefährdete Tier- und Pflanzenarten, für reine Luft und gesunde Böden sowie eine naturverträgliche und nachhaltige Landnutzung. Dazu sind in über 150 Orts- und Kreisgruppen, die älteste bereits über 110 Jahre alt, zahlreiche Mitglieder in NRW aktiv. Die Aufgaben der Aktiven vor Ort sind vielfältig: Die Tätigkeiten reichen von der Mitwirkung bei weit vernetzten EU-Life-Projekten bis hin zu kleinräumigen Naturschutzprojekten vor der Haustür in Eigenregie. So werden beispielsweise im Frühjahr regelmäßig Schutzzäune an Straßen aufgestellt, damit Kröten und Frösche sicher ihre Laichgewässer erreichen können. Aber auch gemeinsam Streuobstwiesen gepflegt und im Herbst die geernteten Früchte zu Saft verarbeitet sowie zahlreiche Pflegemaßnahmen in der Natur durchgeführt. Und nicht zuletzt setzt sich der NABU auf allen politischen Ebenen mit starker Stimme für den Schutz einzigartiger Lebensräume und den Erhalt der biologischen Vielfalt ein.

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Herausgeber: NABU Nordrhein-Westfalen, 40219 Düsseldorf

 

Redaktion: NABU-Pressestelle NRW, Birgit Königs (verantwortlich)

 

Tel. 0211.15 92 51 - 14 | Fax -15 | E-Mail: B.Koenigs@NABU-NRW.de  

 


PRESSEMITTEILUNG NABU NRW | Nr. 24 | 21. April 2020

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 NABU NRW: Klimakrise genauso konsequent angehen wie Corona-Pandemie

 Naderer: Nachhaltige Siedlungsentwicklung ein zentraler Baustein für erfolgreichen Klimaschutz in NRW
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 Düsseldorf – Zum diesjährigen Tag der Erde am 22. April warnt der NABU NRW davor die Corona-Pandemie und die Klimakrise gegeneinander auszuspielen. Wichtige Klimaschutzmaßnahmen dürfen nicht auf der Strecke bleiben, wenn die Wirtschaft nach Beendigung des Lockdowns wieder hochgefahren werde. Im Gegenteil, die weltweite Klimakrise müsse genauso konsequent angegangen werden wie die aktuelle Pandemie. „An der Corona-Pandemie sehen wir gerade, dass Krisen bewältigt werden können, wenn die Wissenschaft die gesellschaftlich dominierenden Fragen aufnimmt und Lösungen entwickelt und wir solidarisch zusammenzustehen und entschlossen handeln“, sagte Dr. Heide Naderer, Vorsitzende des NABU NRW heute in Düsseldorf.

 

Die Klimakrise bedürfe auch in Zeiten von Corona und danach entsprechend ambitionierter, gemeinsamer Anstrengungen – international, national und lokal. Insbesondere im dicht besiedelten Nordrhein-Westfalen kommt der nachhaltigen Siedlungsentwicklung mit Naturflächen und Frischluftschneisen eine bedeutsame Rolle zu.  „Grüne Städte sind klimarelevant“, so Naderer, „Siedlungsentwicklung kann aber nur dann nachhaltig und klimafreundlich sein, wenn dafür keine weiteren Flächen jenseits der heutigen Bebauungsgrenzen verbraucht werden.“ Deshalb müsse der Freiraumschutz in einer Neuauflage des Landesentwicklungsplanes für Nordrhein-Westfalen durch Wiederaufnahme des 5 ha-Ziels entsprechend rechtlich abgesichert werden. Langfristig müsse der Landschafts- und Flächenverbrauch auch in NRW auf „Netto-Null“ sinken.

 

Die Reduzierung des Flächenverbrauchs kann nur gelingen, wenn die Innenentwicklung der Städte absoluten Vorrang vor der Außenentwicklung hat“, erklärte die NABU-Landesvorsitzende. Gleichzeitig seien bei der innerstädtischen Entwicklung entsprechende Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung zu berücksichtigen sowie Anreize für innerstädtischen Freiraumschutz zu setzen. Hierzu gehörten unter anderem ein Flächenrecycling, also eine Nach- und Umnutzung von Flächen und Gebäuden durch Rückbau und Entsiegelung, flächensparende und bodenschonende Bauweisen, das Schaffen möglichst großer, zusammenhängender Grünzüge, Parkanlagen und lebensraumvernetzender Strukturen aber auch der Erhalt von Straßenbäumen und eine Förderung der Fassadenbegrünung.

 

Naderer: „Wie wichtig grüne Inseln, Frischluftschneisen und Grün-Vernetzung für die Erholung in unseren städtischen Lebensräumen ist, ist gerade derzeit bei eingeschränkter Mobilität gut erfahrbar. Solche Strukturen sind aber nicht nur für das Wohlbefinden und die Gesundheit der Menschen von großer Bedeutung, sondern auch für zahlreiche Tier und Pflanzen, die die Stadt als Lebensraum entdeckt haben, und sie helfen ebenso die Folgen des Klimawandels in den Städten zu mildern. 

 

Der von der UN deklarierte Tag der Erde (Mother Day of Earth) jährt sich am 22. April zum 50. Mal. Weltweit sind mit dem Tag im Wesentlichen Aktionen zum Klimaschutz verbunden. Deshalb unterstützt der NABU die digitale Aktion von Fridays for Future #NetzstreikFürsKlima und den NetzstreikfürsKlima am 24.4.

 

Die vollständigen Forderungen des NABU für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung sind dem NABU-Grundsatzprogramm zum Planen und Bauen in Deutschland zu entnehmen: https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/bauen/hintergrund/27607.html.

 

Für Rückfragen:

Dr. Heide Naderer, Vorsitzende des NABU NRW, Tel.: 0211-15 92 51-41

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Herausgeber: NABU Nordrhein-Westfalen, 40219 Düsseldorf

 Redaktion: NABU-Pressestelle NRW, Birgit Königs (verantwortlich)

Tel. 0211.15 92 51 - 14 | Fax -15 | E-Mail: B.Koenigs@NABU-NRW.de


Insektensommer 2020: Zählen, was zählt!

 

Neu: Jetzt mit Entdeckungsfrage zum Marienkäfer!

 

Neu: Kita-Material „Käfer Immerfrech“

 

Liebe NABU-Naturschutzmacher*innen,

 

beim NABU lieben wir die Natur und diese Liebe teilen wir gerne mit anderen. Der verantwortungsvolle Umgang mit dem Corona-Virus erfordert zurzeit leider viele Einschränkungen des sozialen und öffentlichen Lebens. Doch wo es Einschränkungen gibt, eröffnen sich auch neue Möglichkeiten. Unsere NABU-Mitmachaktion „Insektensommer“ wird 2020 bereits zum dritten Mal stattfinden und auch dieses Jahr zählen wir wieder auf Ihre Teilnahme und Unterstützung!

 

Bitte informieren Sie sich vor Ihrer Teilnahme am Insektensommer über die aktuellen Empfehlungen für NABU-Gruppen und NABU-Aktive unter www.NABU-netz.de/corona. Und wagen Sie auch allein, zu zweit oder mit Ihren Liebsten einen Blick auf Ihren Balkon oder Garten und zählen Sie Insekten, die Sie dort entdecken können.

 

Wie können Sie mitmachen? Alle so gut, wie sie können!

 

Bei über 33.000 verschiedenen Insektenarten in Deutschland fällt das genaue Bestimmen eines Insekts öfter mal schwer. Doch niemand muss alle Arten kennen, um beim Insektensommer dabei zu sein. Es ist jetzt noch einfacher mitzumachen: Es reicht vollkommen aus, ein Insekt auf Ordnungsebene zu bestimmen. Wenn Sie sich zum Beispiel nicht sicher sind, welche Käferart Sie auf der Wiese entdeckt haben oder welche Hummelart auf Ihrem Balkon Nahrung sucht, dann können Sie sie auch einfach als Käfer oder Hummel melden. Unterstützend steht Ihnen voraussichtlich ab Mitte Mai auch eine einfache Bestimmungshilfe auf Ordnungsebene online und als Printversion zur Verfügung. Jede Meldung ist hilfreich – denn jedes Insekt zählt! Einen neuen Aktionsleitfaden mit vielen nützlichen Tipps für Ihren Insektensommer vor Ort sowie einen Kommunikationsleitfaden finden Sie ebenfalls ab Mitte Mai im NABU-Netz unter www.NABU-Netz.de/insektensommer.

 

Wie läuft die Aktion ab?

 

In zwei bundesweiten Zählzeiträumen vom 29. Mai bis 7. Juni und vom 31. Juli bis 9. August sollen vom Falter bis zum Marienkäfer alle Sechsbeiner gezählt werden. Hierfür sollten Sie sich maximal eine Stunde Zeit nehmen und in einem Umkreis von maximal zehn Metern zählen. Vom Balkon über den Garten bis zur Wiese: Der Beobachtungsort im Freien kann ganz frei gewählt werden.

 

Besondere Aufmerksamkeit bekommen dabei die acht Arten, die auf den Zählhilfen abgebildet sind. Zu ihnen gibt es auch spezielle Informationen auf der Webseite (www.insektensommer.de). Zählungen können per Online-Formular auf der Webseite bzw. über die NABU-App „Insektenwelt“ digital eingegeben werden. Die App ist kostenlos über die jeweiligen App-Stores verfügbar.

 

 

Neu in diesem Jahr: die Entdeckungsfrage zum Marienkäfer!

 

2020 stellt der NABU erstmals eine Entdeckungsfrage, um besonders bei Einsteiger*innen Interesse am Thema zu wecken und ihnen den Start in die Aktion zu erleichtern. Im Fokus wird der allseits beliebte Marienkäfer stehen. Mit einer einfachen Zählung gehen wir der Frage nach, welcher Käfer häufiger entdeckt werden kann: der Asiatische oder der 7-Punkt-Marienkäfer.

 

Neues Kita-Material: Insektensommer mit dem „Käfer Immerfrech“

 

Im vergangenen Jahr erstellten NABU und NAJU ein Aktionsheft für Erzieher*innen und Kindergruppen-Leiter*innen – im Mittelpunkt stand die beliebte „Raupe Nimmersatt“. In diesem Jahr wird die Reihe um einen neuen Protagonisten erweitert: Gemeinsam mit dem „Käfer Immerfrech“ erkunden wir die Artenvielfalt im Garten. Auch in diesem Aktionsheft finden Sie wieder viele schöne Aktions- und Beobachtungstipps sowie Spiel- und Bastelideen für Kinder.

 

 

 

In Kürze werden Sie Beispielexemplare der Aktionsmaterialien auch auf postalischem Wege erhalten.

 

Vielen Dank für Ihren Einsatz!

 

Ihr

Leif Miller



PRESSEMITTEILUNG NABU NRW | Nr. 19/20 | 31. März 2020

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Naturschutz/Gehölzpflege

Landesdüngeverordnung NRW schwächt Gesundheits- und Umweltschutz

NABU NRW fordert eine Abkehr von der Massentierhaltung

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Düsseldorf – Ohne notwendige, bundeseinheitliche Regelungen abzuwarten, hat das Land NRW am 23. März eine neue Landesdüngeverordnung im Landeskabinett verabschiedet, die heute in Kraft getreten ist: „NRW schreitet damit voran, für die intensive Landwirtschaft günstige, nicht aber für das Grundwasser und eine gesunde Umwelt in NRW notwendige Regelungen festzuzurren“, kritisiert Dr. Heide Naderer, Vorsitzende des NABU NRW.  Während bundeseinheitliche Regelungen für die EU-konforme Umsetzung der Nitrateinträge in das Grundwasser notwendig und ein Gebot der Stunde sind, definiere NRW einen eigenen, der Umwelt nicht zuträglichen Weg. Im Vorlauf zu der am vergangenen Freitag verabschiedeten Bundesdüngeverordnung werden somit in NRW erst einmal Fakten geschaffen, die nicht primär die Umwelt als Maßstab des Handelns setzen, sondern vor allem Interessen der intensiven Landwirtschaft berücksichtigten, so Naderer.

Die Kritik des NABU:

- durch fachlich umstrittene Modellierungen wird der Anteil der betroffenen Gebiete mit bedenklichen Nährstoffüberschüssen künstlich kleingerechnet. Selbst in Landkreisen mit extrem hohen Viehdichten kann somit im Ergebnis deutlich mehr Dünger aufgebracht werden.

- eine Einbeziehung realer Emissionsdaten und der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung findet nicht statt. Ohne diese sind die tatsächlichen Verursacher der hohen Nitrateinträge aber nicht zu ermitteln und mit konkreten Maßnahmen zu belegen.

- Die Zielkonzentration von 50 mg/l im Sickerwasser ist viel zu hoch angesetzt, da bereits ab einer Nitratkonzentration im Sickerwasser von 37,5 mg/l und steigendem Trend Gegenmaßnahmen zu ergreifen sind. Die Folge ist, dass erst Maßnahmen erfolgen, wenn die verträgliche Konzentration überschritten ist

Der NABU NRW ist überzeugt, dass nur ein großräumiger Ansatz bei den Maßnahmen zum Beispiel durch Reduzierung der hohen Tierbestände in einigen Landkreisen das Problem lösen wird. „Eine flächengebundene Tierhaltung, bei der ein Landwirt die von ihm gehaltenen Tier von den Erträgen seiner eigenen Flächen ernähren kann, muss das langfristige Ziel der Agrarpolitik sein“, so Dr. Heide Naderer. Die Förderung einer ökologischen und nachhaltigen Landwirtschaft in Nordrhein-Westfalen würde dem Schutz der Gesundheit aller mehr Gewinn bringen.

 

Zum Hintergrund: Mit der am vergangenen Freitag im Bundesrat verabschiedeten, neuen Bundesdüngeverordnung reagiert die Bundesregierung auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs: Er hatte am 21. Juni 2018 festgestellt, dass Deutschland die EG-Nitratrichtlinie nur unzureichend umgesetzt hat. Zudem seien die Nitratwerte im deutschen Grundwasser zu hoch. Der Bundesrepublik Deutschland drohten wegen der über Jahre verzögerten Nachbesserung und Umsetzung Strafen in Höhe von 850.000 Euro pro Tag. Ziel der neuen Bundesdüngeverordnung ist eine bundeseinheitliche Regelung für die Landwirtschaft in enger Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern, um damit die Anforderungen der EU-Kommission zu erfüllen.

 

Für Rückfragen:

Dr. Heide Naderer, Vorsitzende des NABU NRW, Tel.: 0211-15 92 51-41

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Herausgeber: NABU Nordrhein-Westfalen, 40219 Düsseldorf

Redaktion: NABU-Pressestelle NRW, Birgit Königs (verantwortlich)

Tel. 0211.15 92 51 - 14 | Fax -15 | E-Mail: B.Koenigs@NABU-NRW.de



PRESSEMITTEILUNG NABU NRW | NR 8/20 |15. JANUAR 2020

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Umwelt/Insekten

Lichte Wälder und keine Pestizide

3. NABU-Fachtagung zum Insektenrückgang in Münster thematisiert Verlust der Insektenvielfalt in heimischen Wäldern

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Düsseldorf – es summt und brummt immer weniger in unserer Kulturlandschaft – auch in den Wäldern. Die dramatischen Entwicklungen des anhaltenden Verlustes an Masse und Vielfalt unserer heimischen Insekten belegte erneut die Ende vergangenen Jahres veröffentlichte Studie der Technischen Universität München. Danach ist die Insektenmasse im Wald allein in den Jahren 2008 bis 2016 um 41 Prozent und die Vielfalt der Arten um 36 Prozent zurückgegangen. Diesen Rückgang gilt es zu stoppen und gemeinsam Lösungen zu finden, die Insektenvielfalt in NRW zu erhalten. Zusammen mit dem Institut für Landschaftsökologie (ILÖK) lud der NABU NRW deshalb nun bereits zur 3. Fachtagung zum Insektenrückgang nach Münster.

 

Die allgemeine Situation des Waldes angesichts des Klimawandels, der Dürreschäden in den letzten beiden Jahren sowie der Borkenkäferkalamitäten schätzt der NABU bundes- wie landesweit  als kritisch ein. Hinzu kommen nun noch alarmierende Forschungsergebnisse zum Insektenverlust in unseren Wäldern. „Wälder haben eine herausragende Bedeutung für die Biodiversität und den Klimaschutz. Gerade Naturwälder können beide Ziele aber langfristig hervorragend miteinander vereinen“,  sagte Dr. Heide Naderer, Vorsitzende des NABU NRW. Damit unsere Wälder diese Aufgabe auch zukünftig erfüllen können, müssten sie deutlich besser geschützt und Waldnutzungskonzepte angepasst werden.

 

Der Verlust der Insektenmasse und -vielfalt im Wald sei nur ein weiteres Alarmzeichen für den kritischen Gesamtzustand unserer Wälder. Ein Insekten-Schutzprogramm für den Wald könne hier sicherlich einen wertvollen Beitrag leisten. Es dürfe aber nicht bei Einzelinitiativen bleiben. Vielmehr brauchen wir  eine völlig andere Naturschutz- und Waldnutzungspolitik“, so Naderer weiter. Dazu gehöre Pestizide aus dem Wald zu verbannen, zehn Prozent der Wälder gänzlich aus der wirtschaftlichen Nutzung zu nehmen und wieder lichtere, strukturreichere und nährstoffärmere Wälder zu entwickeln. Naderer: „Nur so gewährleisten wir eine hohe Vielfalt an potenziellen Lebensräumen für Insekten.“

 

Der für den Klimaschutz und den Erhalt der Artenvielfalt notwendige Umbau der Wirtschaftswälder hin zu standorttypischen Mischwäldern mit heimischen Baumarten sei dabei ein zentrales Anliegen des NABU. Essentiell sei es hierbei die Kohlenstofffixierung gleichzeitig mit der Förderung der Artenvielfalt zu denken. Dem Erhalt alter Wälder käme hier eine besondere Bedeutung zu. Viele Insektenarten und die Nahrungsnetze der Ökosysteme seien auf diese angewiesen. „Wenn wir jetzt nicht sofort handeln, haben wir bald im Wald die gleiche schlechte Situation wie auf den landwirtschaftlichen Flächen“, so Naderer. „Wir brauchen die Insekten als Bestäuber und als Teil eines vielfältigen Netzwerks, um langfristig stabile Ökosysteme gerade im Rahmen des Klimawandels zu fördern.“ Hier seien intelligente Programme gefragt, die Klimaschutz und Biodiversitätsförderung gemeinsam angehen und nicht gegeneinander ausspielen.

 

Mit dem Waldpakt gebe es zwar gute Ansätze für zukünftige Veränderungen in der Waldbewirtschaftung. Dennoch zeige die Landesregierung angesichts des dramatischen Rückgangs vieler Insekten-, Vogel- und Pflanzenarten bislang aus Sicht des NABU generell keine ausreichenden Ansätze für eine konsequente Politik für mehr Artenvielfalt. Die drei großen nordrhein-westfälischen Naturschutzverbände Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt (LNU) und Naturschutzbund Deutschland (NABU) haben deshalb kürzlich für das Frühjahr eine Volksinitiative Artenvielfalt angekündigt.

 

Für Rückfragen:

Dr. Heide Naderer, Vorsitzende des NABU NRW, mobil: 0173 68 72 250

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Herausgeber: NABU Nordrhein-Westfalen, 40219 Düsseldorf

Redaktion: NABU-Pressestelle NRW, Birgit Königs (verantwortlich)

Mobil: 0173 46 99 296 | Mail: B.Koenigs@NABU-NRW.de


PRESSEMITTEILUNG NABU NRW | NR. 51/19 | 03.Oktober 2019

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Landeshaushalt 2020 – Demontage des Natur- und Umweltschutzes

NABU NRW: Land muss zur Zukunftssicherung deutlich mehr in den Erhalt der Artenvielfalt und den Klimaschutz investieren

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Düsseldorf – „Eine Demontage des Natur- und Umweltschutzes“ so bewertet der NABU NRW den Entwurf des Landeshaushaltes der Landesregierung für das Jahr 2020. „Angesichts der Herausforderungen durch den Klimawandel und das Artensterben muss der Haushaltsansatz unbedingt erhöht werden“, sagt Dr. Heide Naderer, Landesvorsitzende des NABU NRW. Mit 1,2 Milliarden Euro bei einem Gesamthaushalt von rund 80 Milliarden gehen nur 1,5 Prozent in Umwelt, Landwirtschaft, Natur-, Klima- und Verbraucherschutz

 

Investitionen in eine gesunde Zukunft sind heutzutage unverzichtbar. Demnach müssen gute Luft, Gewässerschutz, Waldumbau, Wärmedämmung, Solar-Dächer, Insektenschutz, Ökologische Landwirtschaft und vieles mehr langfristig gefördert werden. Die jungen Menschen, die freitags auf die Straße gehen, fordern wie der NABU genau solche Zukunftsinvestitionen. „Der Haushaltsentwurf der Landesregierung mit diesem viel zu geringen Ansatz für Umwelt und Natur ist genau das Gegenteil dessen, was aktuell so wichtig ist und in Zukunft deutlich mehr kostet“, sagt Naderer.

 

Der eigentliche Naturschutzetat stagniert seit 10 Jahren bei 36 Millionen Euro. Für die Umsetzung der Biodiversitätsstrategie und die vom Ministerpräsident Laschet angekündigten Maßnahmen zum Insektenschutz sind offensichtlich keine Mittel vorgesehen. Auch die erarbeiteten Maßnahmenkonzepte für die 545 Natura2000-Gebiete in NRW sind scheinbar finanziell nicht abgesichert. Stattdessen werden im Etat des Umweltministeriums erneut globale Minderausgaben in beträchtlicher Höhe von über 40 Millionen Euro ausgewiesen. Naderer: „Es ist nicht nachvollziehbar, warum nicht offengelegt wird, wo diese Kürzungen erfolgen sollen. Es entsteht der Eindruck, dass die Landesregierung systematisch vertuscht, wie der Natur- und Umweltschutz demontiert wird.“ Das passe zu den gesetzlichen „Entfesselungspaketen“, die zu einem beispiellosen Abbau von Natur- und Umweltschutz führen – z. B. der ungehinderten Flächenversiegelung durch den neuen Landesentwicklungsplan..

 

Der NABU fordert die Landtagsfraktionen auf, den Ansatz für den Naturschutz in dieser Legislaturperiode schrittweise auf 300 Millionen Euro zu erhöhen, um den Bedrohungen durch den Artenverlust in NRW und den Veränderungen durch die Klimakrise wirksame Umsetzungen entgegenzustellen.

 

Für Rückfragen:

Dr. Heide Naderer, Vorsitzende NABU NRW, Tel.: 0173 6872 250

 

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Herausgeber: NABU Nordrhein-Westfalen, 40219 Düsseldorf

 

Redaktion: NABU-Pressestelle NRW, Birgit Königs (verantwortlich)

Tel. 0211.15 92 51 - 14 | Fax -15 | E-Mail: B.Koenigs@NABU-NRW.de






PRESSEMITTEILUNG NABU NRW | NR 33 | 11. Juli 2019

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NRW weiter auf dem Weg in die ökologische Sackgasse

NABU: Aufgabe des 5-Hektar-Ziels im Landesentwicklungsplan ist eine Katastrophe für die Umwelt | Naturschutzetat viel zu gering

 

Düsseldorf – Anlässlich der heutigen Landtagssitzung kritisierte der NABU NRW die aktuelle Ausrichtung der Naturschutz - und Umweltpolitik der Landesregierung erneut als Weg in die ökologische Sackgasse. „Die Aufgabe des 5-Hektar-Ziels im gerade verabschiedeten Landesentwicklungsplan ist eine Katastrophe für Umwelt und Natur“, erklärte Heinz Kowalski, stellvertretender Landesvorsitzender des NABU. Damit würden dem ungezügelten Landschaftsverbrauch Tür und Tor geöffnet.

 

Denn trotz des bisher festgesetzten Ziels von 5 Hektar würden in NRW zurzeit täglich zwischen 12 und 20 Hektar unter Beton und Asphalt verschwinden. Das sind etwa 15 Fußballfelder täglich, die für die Natur und die Landwirtschaft verloren sind. Die Bundesregierung hatte deshalb bereits vor Jahren beschlossen, den Landschaftsverbrauch deutschlandweit auf 30 Hektar pro Tag zu begrenzen. Auf NRW würden davon rund 5 Hektar entfallen. „Tatsächlich werden aber  täglich weiter Logistikcenter, Baumärkte, Parkplätze oder Gewerbe- und Wohngebiete auf die grüne Wiese gesetzt, statt städtische Brachflächen zu nutzen, mehrstöckig zu bauen und die vielen Empfehlungen zu berücksichtigen, die inzwischen für ein flächensparendes Bauen bekannt und erfolgreich erprobt sind“, so Kowalski weiter.

 

Mit der Verabschiedung des neuen Landesentwicklungsplans habe sich Nordrhein-Westfalen von diesem Ziel der Bundesregierung nun vollends verabschiedet und überhaupt keine Zielgröße mehr benannt. Kowalski:  „Da muss man sich nicht mehr wundern, wenn die Insekten wegsterben und die Vögel immer weniger werden“. Gleichzeitig fordern die Bundeskanzlerin und die Landwirtschaftsministerin dazu auf, mehr Flächen für Baumpflanzungen zur Verfügung zu stellen, damit die Bäume als CO2-Speicher einen Beitrag zum Klimaschutz in der Übergangszeit bis zur klimaneutralen Energiewende leisten können. „Auf dem Beton der Landesregierung werden sie nicht wachsen können“, so Kowalski.

 

Angesichts der Herausforderungen durch den Klimawandel und das Artensterben müsse zudem der Naturschutzetat im Haushaltsentwurf der Landesregierung für 2020 deutlich erhöht werden. Der Anfang dieser Woche vorgestellte NRW-Haushalt für das kommende Jahr sieht mit 1.043.633 € bei einem Gesamthaushalt von rund 80 Milliarden gerade nur 1,3 Prozent für Umwelt, Natur, Landwirtschaft und Verbraucherschutz vor. „Viel zu wenig“, sagt der stellvertretende NABU-Landeschef. Investitionen in eine gesunde Zukunft seien heutzutage unverzichtbar und das müssten Investitionen in gute Luft, Gewässerschutz, Waldumbau, Wärmedämmung, Solar-Dächer-Programme, Insektenschutz, Biologische Landwirtschaft und ähnliches mehr sein.

 

Die jungen Generationen, die freitags auf die Straße gehen, fordern wie der NABU genau solche Zukunftsinvestitionen. „Der Haushaltsentwurf der Landesregierung mit diesem viel zu geringen Ansatz für Umwelt und Natur ist genau das Gegenteil dessen, was aktuell und in den kommenden Jahren unverzichtbar ist“, so Kowalski. Deshalb fordere der NABU die Landtagsfraktionen auf, den Ansatz auf mindestens 2 Milliarden Euro zu erhöhen. 

 

Für Rückfragen: Heinz Kowalski, stellvertretender Vorsitzender NABU NRW, mobil: 0160 885 63 96

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Herausgeber: NABU Nordrhein-Westfalen, 40219 Düsseldorf

 

Redaktion: NABU-Pressestelle NRW, Birgit Königs (verantwortlich)

 

Tel. 0211.15 92 51 - 14 | Fax -15 | E-Mail: B.Koenigs@NABU-NRW.de 


PRESSEMITTEILUNG NABU NRW | Nr. 38/19 | 27.07.2019

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Konsequentes Handeln ja, aber rechtssicher

NABU NRW stellt Schäfern Data-Logger zur Verfügung | Abschuss eines auffälligen Wolfs darf nur allerletztes Mittel sein

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Düsseldorf – Er ist zurück in NRW – der Wolf. Mittlerweile sind in Nordrhein-Westfalen drei Wolfsgebiete ausgewiesen. Zudem reicht das rheinland-pfälzische Wolfsgebiet „Stegskopf“ mit seiner Pufferzone bis nach NRW hinein. Die seit Juni 2018 standorttreue Wölfin im „Wolfsgebiet Schermbeck“ sorgt mit immer neuen Rissen von Schafen und Ziegen für zunehmende Besorgnis und Ärger insbesondere unter den Nutztierhaltern. Der NABU NRW lud nun gemeinsam mit der Stiftung Dingdener Heide zur Präsentation verschiedener Zaunelemente sowie zur Diskussion rund um die Möglichkeiten erfolgreichen Herdenschutzes in die Dingdener Heide. Treffpunkt war hier der neu errichtete Wolfinformationspfad. Komplettiert wurde das Programm durch die Wanderausstellung zur „Rückkehr des Wolfes nach NRW“.

„Wildtiere wie der Wolf nutzen die Nahrung, die für sie am einfachsten zu erreichen und am häufigsten vorhanden ist. Schafe sind relativ wehrlos und langsam und daher manchmal leichte Beute. Deshalb ist ein geeigneter Schutz notwendig“, so Christian Chwallek, stellvertretender Landesvorsitzender des NABU NRW. Mit entsprechend angepassten Herdenschutzmaßnahmen wie Elektrozäunen lassen sich Nutztiere in der Regel aber erfolgreich schützen – zum Beispiel auch gegen wildernde Hunde. Einen hundertprozentigen Schutz gebe es aber leider nicht.

Der Aufbau solcher wolfsabweisender Zäune bedeutet aber nicht nur einen erhöhten Arbeitsaufwand für Schafhalter, sondern auch zusätzliche finanzielle Aufwendungen.

An flächendeckendem, fachgerechtem Herdenschutz in Wolfsgebieten führt jedoch kein Weg vorbei“, sagt Thomas Pusch, Wolfsexperte des NABU NRW. Prävention müsse immer das erste Mittel der Wahl bleiben und helfe dabei, dass Lerneffekte bei Wölfen und damit auch Entnahme-Situationen gar nicht erst entstehen.

 

In Schermbeck sei insgesamt zu langsam gehandelt worden. Dennoch müsse man nun schauen wie man mit den zur Verfügung stehenden Mitteln einen Herdenschutz gewährleisten kann, der es der Wölfin zunehmend schwerer macht weiter Schafe zu reißen. Neben der Erhöhung der Zäune auf 120 cm käme hierfür der Einsatz neuester Technik in Frage. Data-Logger würden die am Zaun anliegende Spannung dauerhaft kontrollieren und dem Schäfer bei Abfall der Spannung sofort ein Signal melden. Mit Hilfe dieser Technik ließe sich also sicherstellen, dass der Zaun jederzeit die notwendige Spannung aufweist.

 

Dies hält nicht nur den Wolf von der Herde fern. Im Falle eines Risses dienen die Aufzeichnungen des Gerätes auch als Nachweis für einen ordnungsgemäß ausgeführten Herdenschutz. “Das schafft letztendlich Rechtssicherheit in der Beurteilung, wenn ein Wolf diesen dennoch überwunden hat“, so Pusch weiter.

 

Die Tötung von Wölfen darf nur im Einzelfall, nach Prüfung aller zur Verfügung stehenden Alternativen erfolgen.“ Noch sei der Wolf eine streng geschützte Art und habe nicht den Status des günstigen Erhaltungszustandes erreicht.

 

Den Ängsten der Bevölkerung begegnet der NABU NRW weiterhin mit Aufklärungsarbeit. Das von der Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW geförderte neue Bildungsprojekt „Der Wolf macht Schule“ wird ab September mit einer überarbeiteten und erweiterten interaktiven Wanderausstellung zum Wolf durch NRW touren. Die Ausstellung kann beim NABU NRW entliehen werden. In erster Linie wendet sich das neue Bildungsprojekt gezielt an die junge Generation. Ein an den Lehrplan der verschiedenen Jahrgangsstufen (5-8) angepasstes, zweistündiges Programm zum Wolf greift unter anderem Themen der Abstammung des „besten Freundes des Menschen“, Sinnesleistungen von Wölfen und die Rolle des Wolfes im Ökosystem auf.

 

Weitere Informationen zum Bildungsprojekt „Der Wolf macht Schule“ unter http://www.Wolf-macht-Schule.de

 

Ausführliche Informationen zum Wolf in NRW unter www.willkommen-wolf-in-nrw.de oder www.nrw-wolf.de

Mehr zu Deutschlands Wölfen unter www.NABU.de/wolf 

Kostenfreie Pressebilder zum Wolf: www.nabu.de/presse/pressebilder/index.html#wolf

Für Rückfragen:

Christian Chwallek, stellv. Vorsitzender des NABU NRW, mobil: 0172 30 50 359

Thomas Pusch, Sprecher des LFA Wolf, Tel.: 05202 5416, mobil: 0170 21 58 624

Katharina Stenglein, Projektkoordinatorin „Der Wolf macht Schule“ beim NABU NRW, Tel.: 0211-15 92 51-45, mobil: 0176-433 100 88; Mail: katharina.stenglein@NABU-NRW.de

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NABU NRW-PRESSEMITTEILUNG | NR 32/18 | 07. Juli 2019

 

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Dr. Heide Naderer ist neue Landesvorsitzende

 200 Delegierte tagten in Kreuztal | NABU NRW bleibt weiter auf Wachstumskurs

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Düsseldorf/Kreuztal –  Dr. Heide Naderer ist neue Vorsitzende des NABU Nordrhein-Westfalen. Die 54-Jährige wurde am heutigen Sonntag im Rahmen der NABU-Landesvertreterversammlung in Kreuztal von den rund 200 Delegierten der nordrhein-westfälischen NABU-Gruppen gewählt. Naderer tritt damit die Nachfolge von Dr. Josef Tumbrinck an, der im April als Unterabteilungsleiter Naturschutz ins Umweltministerium gewechselt und daher aus dem Amt ausgeschieden war. Der NABU Nordrhein-Westfalen, dem Naderer nun vorsteht, ist mit weit über 90.000 Mitgliedern der mitgliederstärkste Naturschutzverband in NRW und bundesweit der drittgrößte NABU-Landesverband.

 „Ich freue mich sehr über das Mandat und bedanke mich für das große Vertrauen, das die NABU-Delegierten in mich setzen“, sagte die neue Landesvorsitzende nach der Wahl. „Gemeinsam mit der großen NABU-Familie werde ich mit voller Kraft den erfolgreichen Weg meines Vorgängers Josef Tumbrinck fortführen und weiter für die zentralen Ziele des NABU kämpfen: für mehr lebendige Vielfalt in Wäldern und Mooren, auf Äckern, Wiesen und Weiden. Für eine naturverträgliche Energiewende, für das europäische Naturschutzprogramm Natura 2000 und für ein Nordrhein-Westfalen, in dem der Naturschutz einen hohen Stellenwert hat.“

 Die ehemalige Präsidentin der Hochschule Rhein-Waal hat sich für ihre Amtszeit einiges vorgenommen: Hierzu zählt unter anderem die Umsetzung einer integrierten Naturschutzpolitik, die Kreise, Städte und Kommunen mit einbezieht und dafür Sorge trägt, das Naturschutzgebiete auch zukünftig gesichert sind und die Ökologisierung der Landwirtschaft sowie eine naturverträgliche Waldwirtschaft vorangetrieben werden. Wichtig sei zudem eine handlungsorientierte Klimapolitik, die den besonderen Bedingungen des Industrie- und Wirtschaftsstandortes NRW gerecht werde und gemeinsam Lösungen und Handlungsansätze diskutiert und etabliert. Zum anderen gelte es, den NABU für die Zukunft gut aufzustellen. „Klar ist, wir wollen weiter wachsen – sowohl hinsichtlich der Zahl unserer Mitglieder als auch bei denjenigen, die sich im NABU ehrenamtlich für die Natur einsetzen. Das Ehrenamt zu unterstützen, die Aktiven zu qualifizieren und den NABU vor Ort zu stärken – das habe ich mir als Vorsitzende ins Aufgabenheft geschrieben.“

Dr. Heide Naderer wurde 1964 in Moers am Niederrhein geboren. Ihre berufliche Biografie hat sich in den vergangenen 15 Jahren im Wesentlichen im Wissenschafts- und Hochschulbereich bewegt. Als Präsidentin der Hochschule Rhein-Waal, hat sie den ersten Entwicklungsplan für diese Hochschule mit der Priorität “Sustainabilty’ (und “Internationales”) entwickelt und die Förderung eines Green FabLab für die Landesgartenschau 2020 in Kamp-Lintfort mit auf den Weg gebracht. Dr. Naderer war bereits in den 1980er Jahren beim heutigen NABU Wesel, damals noch „Deutscher Bund für Vogelschutz (DBV), aktiv.

 

Goldene Ehrennadel für Dr. Josef Tumbrinck

 

Noch bevor Naderer zur neuen Landesvorsitzenden gewählt wurde, zeichnete NABU-Präsident Olaf Tschimpke den vorherigen Amtsinhaber Josef Tumbrinck mit der NABU-Ehrennadel in Gold aus. Tumbrinck erhielt die Nadel für seine besonderen Verdienste um den Naturschutz in Nordrhein-Westfalen und um den NABU unter großem Beifall der Delegierten.

„Josef Tumbrinck hat den NABU Nordrhein-Westfalen 23 Jahre lang als Vorsitzender geführt – stets engagiert, mit viel Herzblut, ebenso viel Fachwissen und durchaus streitbar in der Sache. Ohne diesen großen Einsatz stünden wir heute bei Weitem nicht so gut da. Das gilt auch für aktuelle Herausforderungen. Als einer der ersten hat Josef Tumbrinck auf ein alarmierendes Insektensterben aufmerksam gemacht und entsprechende Aktivitäten zum Insektenschutz maßgeblich im Verband vorangetrieben. Dafür sagt der NABU mit der Goldenen Ehrennadel Danke“, betonte Tschimpke. „Ein herzliches Dankeschön geht auch an die drei Stellvertreter Heinz Kowalski, Christian Chwallek und Stefan Wenzel, die seit April ohne zu zögern die große Herausforderung angenommen haben, den Landesverband ein viertel Jahr lang ehrenamtlich zu führen.“

Der zukünftigen Vorsitzenden wünschte Tschimpke vorab schon einmal viel Glück und Erfolg. „Josef Tumbrinck hat große Fußspuren hinterlassen. Umso mehr freue ich mich, dass in NRW nun erneut ein engagierter Naturschützer das Amt bekleiden wird und diese Herausforderung annimmt. Wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit!“

Verbandsintern beschäftigte die Delegierten darüber hinaus der Jahresbericht 2018. Hier gab es einige Erfolge zu vermelden: Der NABU wächst zwischen Rhein und Weser – und zwar in erfreulichem Umfang. Allein im vergangenen Jahr kamen über 6600 neue Mitglieder hinzu. So konnte zum Jahresbeginn 2019 das 90.000ste Mitglied im Kreis Siegen-Wittgenstein begrüßt werden. Im Dreijahres-Intervall zwischen dem Jahresbeginn 2016 und dem Jahresbeginn 2019 wurden insgesamt knapp 20.000 Neumitglieder in den Verband aufgenommen.

„Diese enorme Steigerung erreichte der NABU NRW mit Unterstützung seiner Aktiven, die mit zahlreichen Veranstaltungen und Führungen über die Zusammenhänge in der Natur und die Herausforderungen im Umwelt- und Klimaschutz informierten. Am überzeugendsten bleibt dabei das Engagement des NABU in konkreten Projekten und bei unzähligen praktischen Maßnahmen“, so Bernhard Kamp, Geschäftsführer des NABU NRW. Dieser positive Trend hielte auch aktuell weiter an. Das kontinuierliche Mitgliederwachstum sorge zudem für stabile Finanzen. Mit einem Umsatz von gut 1,9 Millionen Euro bewegte sich der Haushalt des NABU NRW im Jahr 2018 im Rahmen des Vorjahres.

Den vollständigen Jahresbericht finden Sie im Internet unter www.nabu-nrw.de.

 

Für Rückfragen:

 

Heinz Kowalski, stellv. Vorsitzender NABU NRW, mobil:0160 8856396

 

Christian Chwallek, stellv. Vorsitzender NABU NRW, mobil: 0172 3050359

 

Bernhard Kamp, Geschäftsführer NABU NRW, 0211-15 92 51-11

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Herausgeber: NABU Nordrhein-Westfalen, 40219 Düsseldorf

 

Redaktion: NABU-Pressestelle NRW, Birgit Königs (verantwortlich)

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PRESSEMITTEILUNG NABU NRW | NR 21/19 | 07. Mai 2019
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Klimakrise und Verlust der Artenvielfalt sind größte Bedrohungen für die Menschheit

NABU NRW fordert Landesregierung auf, mehr für den Schutz der Lebensgrundlagen zu tun
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Düsseldorf –  Gestern hat der Weltbiodiversitätsrat (Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services, IPBES) seinen Bericht zum Zustand der globalen Artenvielfalt vorgestellt. Verabschiedet wurde ein Bericht, der erstmals seit 14 Jahren wieder eine Gesamtübersicht zum Zustand der biologischen Vielfalt und der Leistungen der Ökosysteme weltweit liefert – mit erschreckendem Resultat.

„Das globale Artensterben ist bittere Realität - auch hier in Nordrhein-Westfalen“, so Heinz Kowalski, stellvertretender Landesvorsitzender des NABU NRW. Laut der Roten Liste für NRW sind bei allen Insektenartengruppen Rückgänge in den Bestandsgrößen und der Artenvielfalt zu verzeichnen. So werden 42,9 % der Laufkäfer, 51,6 % der Wildbienen und Wespen, 55,2 % der Schmetterlinge, 48 % der Heuschrecken und 45,1 % der Libellen als ausgestorben bzw. gefährdet in Nordrhein-Westfalen geführt. Aber es fehle nicht nur die Vielfalt an Insektenarten, sondern auch die schiere Masse an Insekten. Damit werde eine wichtige Nahrungsgrundlage für Vögel knapp, insbesondere während der Jungenaufzucht. Aber auch andere Arten wie Fledermäuse, Reptilien und Amphibien seien betroffen.

Deutlich spiegele sich dies in den Verlusten bei den Agrarvögeln wieder. Daten des Brutvogelmonitorings seit 1990 zeigen, dass in den letzten Jahren vor allem auch ehemals ganz häufige Arten der Agrarlandschaft rückläufige Bestände aufweisen. Im Zeitraum 1990 bis 2015 haben 30 von 39 Vogelarten der Agrarlandschaft mehr oder weniger stark abgenommen. Dazu zählen Arten wie Feldlerche, Schafstelze, Feldsperling, Kiebitz und Rebhuhn. „In vielen Bereichen NRWs sind diese Arten bereits ausgestorben oder drastisch im Bestand geschrumpft. Als Ursache für diese Verluste sieht der NABU vorrangig Monokulturen von Mais oder Raps und Industriegrasflächen, in denen kein Wildkraut mehr wachsen kann“, sagt Kowalski. Aber auch der anhaltende Flächenverbrauch bis hin zur zunehmende Mode in Siedlungen, Gärten in Steinwüsten zu verwandeln und Hecken durch Steingabionen zu ersetzen, verwandelt letzte Lebensräume in ökologische Wüsten.

„Der Bericht aus Paris zeigt deutlich, dass wir sofort eine Kehrtwende in der Agrar- und Umweltpolitik brauchen, denn unsere Lebensgrundlagen gehen verloren. Klimakrise und Artenschwund verstärken sich gegenseitig und beide sind für den Planeten damit auch das Überleben der Menschheit gleichermaßen bedrohlich“, so der stellvertretende NABU-Landesvorsitzende. Hier sei auch die Landesregierung gefordert, dies endlich wahrzunehmen und sich entsprechend für den Erhalt unserer Lebensgrundlagen einzusetzen.
Für Rückfragen: Heinz Kowalski, stellv. NABU-Landesvorsitzender, mobil: 0160 885 63 96
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Herausgeber: NABU Nordrhein-Westfalen, 40219 Düsseldorf

Redaktion: NABU-Pressestelle NRW, Birgit Königs (verantwortlich)

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Internetpetition Insekten retten

Naturschutzbund Deutschland (NABU) e.V.

Wie Wälder den Klimawandel beeinflussen (Fr, 14 Aug 2020)

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Für schlaue Fledermaus-Fans (Fri, 14 Aug 2020)

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Tierischer Besuch im Wohnzimmer (Fri, 14 Aug 2020)

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Im Schlaraffenland (Fri, 14 Aug 2020)

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Insektenschutzgesetz unzureichend (Fri, 14 Aug 2020)

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Jagdgesetz

Die Düsseldorfer Koalition lässt schiessen

 

Die vorliegende Gesetzesnovelle stellt in weiten Teilen leider keine Anpassung an zwingende gesetzliche Notwendigkeiten oder neue ökologische oder wildbiologische Erkenntnisse dar. Sie folgt in weiten Teilen den Wahlversprechen von CDU und FDP sowie der Festlegung im Koalitionsvertrag von 2017, in dem es heißt: „Das Landesjagdgesetz werden wir weitreichend überarbeiten und die Fehler der letzten Novellierung rasch korrigieren.“
Angesichts dieser Festlegung kann man dem vorliegenden Entwurf attestieren, dass er dies auch weitgehend umsetzt.
Eine Aussöhnung von Interessen des Naturschutzes, des Tierschutzes und der Jagd wird es mit diesem Gesetzentwurf nicht geben. Er wird Gräben weiter vertiefen. Diese Novellierung fordert auf Grund der Herleitung, der Inhalte (Roll back) und Begründungen, wenn es dabei bleibt, eine nächste Novellierung einer künftigen Landesregierung geradezu heraus.

Die Jagd in ihrer heutigen Form wird sowohl vom Naturschutz als auch vom Tierschutz und von weiteren Teilen der Bevölkerung kritisch gesehen. Ein wichtiger Grund dafür ist das Reformdefizit des Jagdrechts: In das seit 1952/53 im wesentlichen unverändert fortgeltende Bundesjagdgesetz sind wichtige Erkenntnisse der Wildtierökologie sowie des Natur-, Arten- und Tierschutzes ebenso wenig eingeflossen wie die veränderten gesellschaftlichen Anforderungen an die Jagdausübung. Mit der letzten Novelle hat NRW ein modernes Jagdgesetz bekommen, auch wenn der NABU NRW in einer ganzen Reihe von Punkten weitere Veränderungen eingefordert hatte, auf die wir an dieser Stelle verweisen. Mit der vorliegenden Novelle fällt NRW in weiten Teilen wieder auf den alten Stand zurück.

Der NABU hat eine detaillierte Verbandsposition zur Jagd in Deutschland, auf die hier verwiesen werden soll. Der NABU bekennt sich darin ausdrücklich zu einer naturverträglichen Jagd als eine Form der Landnutzung, wenn sie den Kriterien der Nachhaltigkeit entspricht und ethischen Normen nicht widerspricht. Dies ist für uns dann der Fall, wenn - die erlegten Tiere sinnvoll genutzt, in der Regel verzehrt werden und - die bejagte Art bzw. Population in ihrem Bestand nicht gefährdet oder potentiell gefährdet ist und - Störungen minimiert und andere Arten oder Lebensräume nicht bzw. nur minimal beeinträchtigt werden und - die nationalen und internationalen Regelungen und Konventionen (BNatSchG, FFH-/VS-Richtlinie, Ramsar-Konvention, Bonner Konvention, insbesondere AEWA, etc.) beachtet werden und - die Nachhaltigkeit der Nutzung entsprechend den Anforderungen der Biodiversitätskonvention gesichert ist (bei wandernden Tierarten muss die Nachhaltigkeit für Sommer- wie Winterhabitat und für die gesamte Zug-/ Wanderstrecke sichergestellt sein) und - der Tierschutz sowie die ethischen Anforderungen der Gesellschaft beachtet werden und - die Wildtierbestände nicht zum Zweck der Jagd aktiv gefördert werden.
Trotz der Aussichtslosigkeit des Unterfangens mit sachlichen Argumenten Wahlversprechen und jagdideologisch geprägte Veränderungen noch zu beeinflussen greift der NABU NRW einige zentrale Punkte der Novelle heraus:

Katalog der jagdbaren Arten (§ 2)
Der NABU hält nach seinen Kriterien folgende Arten in NRW für jagdbar: Rothirsch, Reh, Damhirsch, Sikahirsch, Mufflon, Wildschwein, Wildkaninchen, Feldhase (auf Grund der derzeitigen Gefährdung mit ganzjähriger Schonung), Stockente, Fasan, Rotfuchs.
Dem entsprach schon nicht die derzeit gültige Liste der jagdbaren Arten. Nach der jetzt beschlossenen Änderung würden aber wieder allein mehr als 50 Vogelarten dem Jagdrecht unterliegen.
Besonders soll darauf verwiesen werden, dass Arten in das Jagdrecht aufgenommen werden, die dem Anhang 4 der FFH-Richtlinie unterliegen (Säugetiere) oder in der EU-Vogelschutzrichtlinie nicht für die Jagd in Deutschland freigegeben sind.
Zudem werden Arten aufgenommen, die nach Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) besonders geschützt und zusätzlich streng geschützt sind, obwohl der Artenschutz alleinige, abweichungsfeste Bundeskompetenz ist und das Jagdrecht der Konkurrierenden Gesetzgebungskompetenz unterliegt. Die Aufnahme solcher Arten ist sowohl verfassungsrechtlich als auch EU-rechtlich nicht zulässig (s. Gutachten des BMU – sog. „Möckel-Gutachten“).
Zudem werden Arten, die in den Roten Listen geführt werden im Jagdrecht aufgenommen und bekommen teilweise Jagdzeiten. Dies widerspricht dem Artenschutz.
Im Einzelnen:
Säugetiere Der Wisent als FFH Anhang 4 Art wird als einzige Art aus dem Jagdrecht gestrichen vermutlich wegen des strittigen Aussetzungsprojektes im Siegerland. Die Streichung begrüßen wir.
Wildkatze und Fischotter als FFH Anhang 4 Arten sowie als nach BNatSchG besonders und zusätzlich streng geschützte Arten werden dem Jagdrecht unterstellt.
>>> keine Verbesserung Arten (meist Marder), die als „Raubzeug“ traditionell bekämpft werden, sind dem Jagdrecht unterstellt, obwohl für die Bekämpfung keine ökologischen Begründungen aus der Forschung herangezogen werden können.
>>> keine Verbesserung
Vögel
Eine Reihe von Vogelarten werden nicht nur dem Jagdrecht unterstellt sondern auch geschossen oder neu zum Abschuß frei gegeben. Zumeist ohne dass sie verzehrt und damit genutzt werden. Dazu zählen insbesondere: Waldschnepfe, Ringeltaube, Türkentaube, Höckerschwäne, Blässhühner, Lachmöwen. Hier fordern wir nachdrücklich die Streichung bzw. Nicht-Aufnahme in das Jagdrecht, zumindest aber eine ganzjährige Schonzeit.
>>> Landesregierung hat bei Türkentaube, Blässhuhn und Lachmöwen die Jagdzeiten gestrichen (Erfolg!)
Rabenkrähe und Elster werden als sogenannten „Niederwildschädlinge“ zur Bekämpfung dem Jagdrecht unterstellt, obwohl für die Bekämpfung keine ökologischen Begründungen aus der herangezogen werden können. Auch hier fordern wir nachdrücklich die Streichung oder zumindest eine ganzjährige Schonzeit.
>>> keine Verbesserung
Im Übrigen werden alle Vogelarten des § 2 Bundesjagdgesetz (BJG), die in NRW regelmäßig brüten, dem Jagdrecht unterstellt. Eine Definition von „regelmäßig brüten“ wird nicht gegeben. Der Begründung, aber nicht dem Gesetz sind diese Arten zu entnehmen.
>>> keine Verbesserung nur eine Präzisierung durch Bezug auf Brutvogelliste der NWO von Juni 2016
In dieser Auflistung finden sich Vogelarten, die nicht dem §2 BJG unterliegen aber als solche dargestellt werden: Nilgans, Rostgans, Schneegans, Brautente, Mandarinente, Mittelmeermöwe.
Weiterhin wird diese Auflistung als nicht abschließend betrachtet, da die Auflistung in der Begründung eingeführt wird mit: „Demnach fallen –zum jetzigen Zeitpunkt- unter das Federwild folgende Arten: …“. Damit dürfte die Gesetzesregelung nicht zulässig sein, da das Gesetz durch fehlende Definition des Begriffs „regelmäßig brüten“ und durch die Öffnung in die Zukunft nicht ausreichend bestimmt ist. >>> siehe zuvor
Arten, die nach EU-Vogelschutzrichtlinie in Deutschland nicht bejagt werden dürfen, werden aufgenommen: z.B.: Greifvögel, Graureiher, Gänsesäger, Haselhuhn, Turteltaube, Schneegans.
>>> keine Verbesserung.
Baujagd (§ 19)
Die aus Tierschutzgründen zum Schutz von Wildtieren und der bei der Baujagd eingesetzten Hunde abzulehnende Baujagd wird - mit Ausnahme der Baujagd auf den Dachs - wieder eingeführt. Das Verbot sollte aufrecht erhalten bleiben. >>> keine Verbesserung.

Jagd in Schutzgebieten (§ 20)
Die Wiedereinführung der Einvernehmensregelung bei jagdlichen Fragen in Schutzgebieten kommt faktisch einem Stop jeglicher möglicher Einschränkungen der Jagd aus Naturschutzgründen gleich. Dieses Vetorecht der Unteren Jagdbehörde ist weder fachlich begründet noch angesichts der Notwendigkeit die vorhandenen Schutzgebiete qualitativ zu verbessern zeitgemäß. Damit werden in der Praxis private Jagdbelange über das Gemeinwohl und den Naturschutz gestellt.
>>> keine Verbesserung.

Trophäenschauen (§ 22)
Trophäenschauen, die biologisch gesehen ohne jegliche Aussagekraft sind, werden wieder ermöglicht. Damit und mit den nach Alter und Geschlecht differenzierten Jagdzeiten wird faktisch die Trophäenjagd wieder eingeführt und die zukünftige Jagdpraxis wieder danach ausgerichtet mit all ihren negativen Folgen für die Vegetation durch zu hohe Paarhuferbestände.
>>> keine Verbesserung.
 
Freigebiete für Rothirsche (§ 22)
Dem größten Landsäugetier (neben Elch und Wisent) wird weiterhin per Gesetz nur ein äußerst geringer Teil seines potentiellen Lebensraumes zugewiesen. Außerhalb dieser Bereiche müssen Rothirsche geschossen werden. Das widerspricht jedem Naturschutzgedanken, der natürlich vorkommenden Biodiversität und konterkariert die Investition in Querungshilfen.
>>> keine Verbesserung.
 
Fütterung (§ 25) Die Fütterungsmöglichkeiten und Fütterungszeiten werden ausgeweitet. Angebliche „Notzeiten“ werden bis Ende April per Gesetz unterstellt. Hege inkl. Fütterung widerspricht den Grundsätzen einer Jagd, die als Nutzung natürlicher Ressourcen verstanden wird. >>> keine Verbesserung.
 
Aussetzen von Tieren (§ 31)
Das Aussetzen jagdbarer Tiere wird wieder genehmigungsfrei zugelassen. Das Vorkommen von Tierarten wird damit jagdlichen Gesichtspunkten und individuellen Vorlieben der Jäger anheimgestellt. Die Natur ist jedoch nicht Spielplatz für jagdliche Interessen, sondern sollte sich unbeeinflußt von Jägerinteressen entwickeln können. >>> keine Verbesserung.


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