Wildschönheit Turmfalke

 

Der Turmfalke,

 

auch Kirch-, Mäuse- oder Rüttelfalke genannt und früher sogar als Rüttelgeier bezeichnet, ist ohne Zweifel ein sehr schmucker kleiner Greifvogel. Neben dem Mäusebussard ist der Turmfalke der häufigste Greifvogel unserer Heimat.

 

 

Er ist ein schnittiger Falke, der gerne über dem freien Feld jagt. Das Bild ist jedem Naturliebhaber vertraut: Der Turmfalke flattert wie an einer Schnur festgehalten in der Luft (rüttelt). Seine scharfsichtigen Augen beobachten den Boden und halten nach Beute Ausschau. Plötzlich senkt er sich in jähem Absturz, hält aber manchmal auf halbem Wege an, wiederum rüttelnd und scharf beobachtend und schießt dann erst zu Boden auf die von ihm erspähte Beute.

 

Tiervater Alfred Brehm schrieb vor rd. 150 Jahren folgendes: „ Wer den Turmfalken kennt, weiß, dass er zu unseren nützlichsten Vögeln zählt und unseren Feldern nur zum Segen gereicht, mag auch dann und wann dem habgierigen Jäger ein Häschen oder Rebhuhn von ihm weggenommen und dieser Übergriff zu einem unsühnbaren Verbrechen aufgebauscht werden“.

 

Brehm hätte vielleicht besser ´Rebhuhnküken´ schreiben können, da ein erwachsenes Rebhuhn 30 cm. groß ist und eine viel zu große Beute wäre für eine Turmfalke. Mit dem Übergriff von Turmfalken auf Häschen liegt Brehm nach meinem dafür halten eher deutlich daneben. Es sei denn, das Häschen war bereits vor der Attacke mehr tot als lebendig.

 

Im Mittelalter erlaubte man übrigens seiner engsten Dienerschaft „großzügigerweise“ die Jagd mit einem Turmfalken, während man selber den für die Beizjagd idealen und deutlich größeren Wanderfalken bevorzugte.

 

Stellt sich nur die Frage, worauf das niedrige Volk denn einst mit dem kleinen Falken jagte? Auf Wühlmäuse vielleicht?

 

 

Steckbrief

 

·         Größe: Gewicht um 200 g; Körperlänge ca. 34 cm.

 

·         Stimme: Lauter, heller Ruf „kiliä-kiliä-ki-ki-ki“

 

·         Vorkommen: Über ganz Europa verteilt. Er bewohnt offenes Gelände, aber auch Ortschaften.

 

·         Nahrung: Vor allem Mäuse, aber auch größere Insekten. Kleinvögel jagt er meist vergebens.

 

 

 

Text: Ludwig Winkens

 

Drolliger Zappelphilipp (mit ADHS-Syndrom ?) und Frühaufsteher

 

 

Der Hausrotschwanz, regional auch Hausrötel und früher im Rheinland Ruetstättsche genannt

 

 

 

 

Ursprünglich war der Hausrotschwanz ein Gebirgs- und Felsenbrüter aus Süd- und Mitteleuropa, der vermutlich erst im 19. Jahrhundert zu uns in den Niederrhein einwanderte. Nun ist er ein getreuer Gast der menschlichen Siedlungen. Dort fällt er auf mit seinem Flügel- und Schwanzzittern, seinen knicksend und hastig ruckartigen Bewegungen; ein echt drolliger Zappelphilipp. Erstaunlicherweise sind Neubaugebiete und Industrieflächen bevorzugte Biotope von dem lebhaften Vögelchen. Als absoluter Frühaufsteher beginnt er meist als erster Singvogel des erwachenden Tages von einer hohen Position aus mit seinem schnarrend rauen Gesang und einem gepressten Ende. Jetzt im Frühherbst vernimmt man meistens nur noch seine auffälligen Warnrufe, die sich wie ein erregtes „fit tek tek“ anhören.

 

Als Zugvogel nimmt er es mit seinem Abflug gen Südeuropa nicht so genau wie andere Singvögel. Bietet ihm die Witterung noch ausreichend Insekten als Nahrung, verschiebt er seinen Abflugtermin nicht selten in den Spätherbst hinein.

 

 

Steckbrief:

 

·         Länge: ca. 14 cm, Gewicht: ca. 17 g

 

·         Männchen: schiefergrau, schwarze Kehle, rötlich äußere Schwanzfedern

 

·         Weibchen: graubraun, rötlicher Schwanz, blassgraue Kehle

 

 

 

Text: Ludwig Winkens

 


Goldammer bzw. Bauernkanari

 

 

wie in Teilen Deutschlands dieser reizende Singvogel, der etwas größer als unser Haussperling ist, volkstümlich auch genannt wird. Und mit der zweiten Bezeichnung ist bereits sein bevorzugter Lebensraum dieses Kulturfolgers des Menschen umschrieben. Nämlich: Traditionelles Bauernland mit Feldern, Wiesen, Brachäckern, Feldwegen, Hecken und Gebüsche.  Auf traktorgerechten Agrarsteppen fühlt sich die Ammer nicht wohl und sucht das Weite oder verschwindet leider für immer.

 

Gerne sitzt die Goldammer auf der Spitze eines Strauches oder Baumes, um selbst noch im späten Sommer, wenn andere Singvögel bereits ihren Reviergesang eingestellt haben bzw. sprichwörtlich ihren Schnabel halten, etwas wehmütig und melancholisch ohne Virtuosität ihre Gesangsstrophen vorzutragen.

 

Der Volksmund kleidet den Gesang in die Worte: „Wie, wie, wie, wie, wie hab ich dich sooo liiiiiiiieb“.  Man hört auch ein scharfes „zick“ und vom auffliegenden Vogel ein „zickürrr“.

 

Ihre Gesangstonfolge wählte einst Beethoven als Thema seiner „Fünften Symphonie“. Der Meister hat allerdings den abgerundeten Vortrag der Ammer so gekürzt, dass er offen wurde für eine Vielzahl von Variationen (Dr. F. Sauer).

 

Steckbrief

 

·         Kennzeichen: Das Männchen ist leicht an dem gelben Kopf, der gelben, rotbraun gestrichelten Unterseite zu erkennen. Das Weibchen ist etwas fahler gefärbt als das Männchen.

 

·         Größe: Gewicht um 30 g; Körperlänge ca. 17 cm;

 

·         Brut: Das Nest befindet sich meist im Gestrüpp dicht am Boden und besteht aus trockenem Gras, Halmen und Würzelchen. Die Nestmulde wird mit feinem Gras oder Haaren gepolstert.

 

·         Nahrung: Die Jungvögel werden vor allem mit Insekten gefüttert (Glyphosatopfer).  Ansonsten werden von den Altvögeln auch Samen und Beeren gefressen.

 

 

 

Text: Ludwig Winkens