Vogelbeobachtungen

 

Alle Vögel sind schon da, alle Vögel alle!

 

Amsel, Drossel, Fink und Star und die ganze Vogelschar……

 

so wie einst Hoffmann von Fallersleben im 18. Jahrhundert dieses schöne und uns (allen?) bekannte Volkslied schrieb.

 

Welche ganze Vogelschar? Von der ganzen Vogelschar sind bedauerlicherweise etliche Vogelarten bei uns verschwunden; für immer! Selbst unser  Allerweltsvogel und Vogel des Jahres, der Star, reduzierte sich plötzlich und ohne Vorwarnung um 2,6 Millionen Paare.

 

Von den 128 Brutvögeln, die es lt. C. Maas vor rd. 60 bis 80 Jahren bei uns gab, ist vielleicht noch knapp die Hälfte in MG als Brutvogel vorhanden. Es ist bestimmt kein Zufall, dass zeitgleich mit dem großen Insektensterben ein Vogelsterben im Gange ist. Die Gründe für das Verschwinden sind hinlänglich bekannt (Zersiedelungen, traktorgerechte Agrarsteppen, Insektizide und, und, und).

 

Nicht nur der schöne Kiebitz Bild (Willi Eckers).

 

 

 

ist aus unserer Heimat MG mehr oder weniger ganz verschwunden, sondern auch noch Pirol, Girlitz, Grauammer, Ortolan, Rohrammer, Haubenlerche, Baumpieper, Feldsperling, Waldbaumläufer, Raubwürger, Neuntöter, Trauerfliegenschnäpper, Waldlaubsänger, Feld- und Rohrschwirl, Schilf-/Drossel- und Teichrohrsänger, Steinschmätzer, Braun-/Schwarz- und Blaukehlchen, Gartenrotschwanz, Nachtigall, Wasseramsel, Uferschwalbe, Wendehals, Wiedehopf, Ziegenmelker, Korn- und Wiesenweihe, Wespenbussard, Zwerg- und große Rohrdommel, verschiedene Entenarten, Turteltaube, verschiedene Wat- und Schnepfenvögel, Birkhuhn, Wachtel, Rebhuhn, Wachtelkönig u.v.a.m.

 

Etliche weitere hiesige Vogelarten befinden sich auf der Liste der gefährdeten bzw. der vom Aussterben bedrohten roten Liste. Sind unsere Vögel noch zu retten?

 

Niemand mit Verstand und ein wenig Sinn für die Natur möchte eines Tages auf das Zwitschern und Tirilieren unserer Singvögel verzichten. Deshalb muss jeder Naturfreund seinen persönlichen Beitrag leisten und sich massiv dafür einsetzen, dass ein weiteres Artensterben möglichst verhindert oder zumindest verlangsamt wird. Das Vogelsterben muss ein Ende haben.

 

 

 

Text: Ludwig Winkens

 

Kuckuck, Kuckuck rufts (kaum noch) aus dem Wald!

 

Ja zum Kuckuck noch einmal!

 

Er ist kaum noch zu hören, unser Ostervogel, der Kuckuck; in althochdeutscher Sprache seit dem 13. Jh. auch Gouch genannt. Gouch oder Gauch im übertragenen Sinne = ein Tor, weil der monotone Ruf Veranlassung gab, den Vogel für einen Narren zu halten.

 

Vermutlich haben die Wenigsten in diesem Jahr in MG/Umgebung  den Kuckuck rufen gehört. Früher war er einfach überall zu hören. Es gab nicht nur den Kuckuck in unseren Wäldern und Auen. Ja, auch als „Dorf- und sogar als Stadtkuckuck“ in Parkanlagen und auf Friedhöfen war er einst zu beobachten oder besser gesagt zu hören, denn zu sehen war bzw. ist der scheue Vogel eher selten.

 

 

Heute macht er sich immer rarer, weil ihm in erster Linie spezielle Raupen als Nahrungsgrundlage  fehlen. Insektizide und Pestizide lassen grüßen. Ein weiterer Grund für seinen enormen Rückgang könnte die kontinuierliche Reduktion seiner „Wirtsvögel“ sein. Als sog. Schmarotzervogel schiebt er bekanntlich seinen Wirtsvögeln ein Kuckucksei unter, denn der Kuckuck baut selber kein Nest und brütet keine Jungvögel aus.

 

Wie E. Knorr berichtete, gab es 1949 in Erkelenz einen besonders ruffreudigen Kuckuck, der es auf rekordverdächtige 99 Rufe brachte. Das umgesiedelte Dorf Borschemich war 1965 besonders stolz auf seinen Dorfkuckuck, der, wie berichtet wurde, von Mitte April bis Juni ununterbrochen in dem kleinen Wäldchen zwischen Kirche und Haus Palant weilte und die Dorfbevölkerung mit seinen Rufen erfreute.

 

 

Steckbrief:

 

·        Mittelgroßer Vogel (ca. 33 cm; Gewicht ca. 100 g) mit falkenartiger Flugsilhouette;

 

·        Das Gefieder ist oberseits schiefergrau, unterseits weiß mit grauen Querstreifen;

 

·        Nahrung: Insekten und deren Larven, wobei behaarte Raupen eine bedeutende Rolle spielen;

 

·        Ruf des Männchens allseits bekannt; unbekannter ist die Stimme des Weibchens, die wie ein „kwickkwicjkwick“ klingt;

 

 

 

Text: Ludwig Winkens