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Hans Jonas und Fridays for Future

Angesichts des Zusammenbruchs der Biodiversität , der um uns herum im Gange ist, erscheint es höchste Zeit, an einen im Jahr 1903  in Mönchengladbach geborenen  Philosophen zu erinnern, der sich Gedanken über die  Verantwortung des Menschen im Umgang mit der Natur gemacht hat.

 

Die Rede ist von Hans Jonas, dem 1987 der Friedenspreis des deutschen Buchhandels verliehen und der 1989 mit der Ehrenbürgerschaft der Stadt Mönchengladbach ausgezeichnet wurde. Hans Jonas verstarb am 05. Februar 1993 in New Rochelle bei New York.

Hier und heute soll an ein philosophisches Werk von Hans Jonas erinnert werden, das auch von den politischen und  wirtschaftlichen Entscheidern in Stadt, Land  und Bund gelesen (und verstanden) werden sollte. Gemeint ist das 1979 erschienene Buch „Das Prinzip Verantwortung“. In diesem Werk beschreibt Hans Jonas die Verantwortung, die wir Menschen haben, wenn wir die Technik benutzen, um in die Natur einzugreifen und diese ggf.  zerstören (mit den sich daraus für die Menschheit ergebenden Konsequenzen).

In Anlehnung an Kants kategorischen Imperativ, der da lautet: „Handle so, dass Du willst, dass Deine Handlung allgemeines Gesetz wird“, postuliert Hans Jonas für den Umgang der Menschen mit der Natur seinen eigenen Imperativ: „Handle so, dass die Wirkungen Deiner Handlungen verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf der Erde“.

Das heißt, jeder Mensch hat bei Eingriffen in die Natur „das Prinzip Verantwortung“ zu beachten, nämlich die Verantwortung, den uns nachfolgenden Generationen eine intakte Welt  zu hinterlassen.

Angesichts der heutigen permanenten Umweltvernichtung (Bodenversiegelung, Meeresverschmutzung und Überfischung, Artenschwund, Luftverschmutzung pp.) stellt sich die Frage, ob unsere gegenwärtigen politischen und wirtschaftlichen Führungspersönlichkeiten diese Maxime von Hans Jonas verinnerlicht haben und  umsetzen. Die Antwort kann sich jeder selber geben.

Lesen Sie das Buch von Hans Jonas mit dem Titel „Das Prinzip Verantwortung“ und helfen Sie mit, die Welt zu retten. Den jungen Menschen von „Fridays for Future“, deren Engagement hoffentlich nicht zu spät kommt, sage ich: Fordert von den Älteren „das Prinzip Verantwortung“ ein und bleibt aktiv, um die Natur wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Engagiert euch beim Naturschutzbund Deutschland (NABU).

Zum Abschluss zwei Zitate zum Nachdenken:


„Wer glaubt, dass in einer endlichen Welt unendliches  Wachstum möglich sei, … kann nur verrückt sein – oder Ökonom.“

(Serge Latouche).

 

„Nicht der Mensch ist Herr der Schöpfung sondern die Technik, der er als defizitäres Wesen gegenübersteht und die in letzter Konsequenz zu seinem Verschwinden führt.“

(Günther Anders).