Das Rebhuhn

Das rundliche, kurzschwänzige Rebhuhn, früher bei uns nur Feldhuhn bzw. mundartlich Veldhonn genannt, war noch bis ca. 1980 in unseren Feldern ein häufig vorkommender Brutvogel. Vielerorts ist das Rebhuhn extrem selten geworden und aus manchen Gebieten sogar ganz verschwunden. In Mönchengladbach und Umgebung gibt es nur noch im Rheindahlener Land ein paar Exemplare, sowie auf den rekultivierten Flächen mit ihren zahlreichen Feldgehölze-Streifen, die für Rebhühner eine wichtige Lebensgrundlage bedeuten.

 

Für den rapiden Rückgang der Rebhuhn-Population gibt es mehrere Gründe. So finden die Hühnervögel in der maschinengerecht ausgeräumten, flurbereinigten Landschaft keine Verstecke mehr und sind dann dem Angriff durch Greifvögel, Füchse, Marder und Katzen schutzlos ausgesetzt. Durch die chemische Unkrautbekämpfung verschwanden zahlreiche Kräuter, deren Samen dem Rebhuhn als Nahrung dienten und auf denen Insekten lebten, die es als Zukost besonders für den Nachwuchs benötigt. In der mit Pestiziden und Herbiziden totgespritzten Agrarlandschaft von heute kann es sich nicht halten. Dagegen widersteht es selbst härteste Winter fast problemlos, wenn nur genügend Hecken und Feldraine zur Futtersuche die Schneedecke unterbrechen.

 

Wo Rebhühner noch etwas häufiger vorkommen, leben sie einen Großteil des Jahres gerne in Gruppen. Meist sind es Familienverbände mit bis zu 20 Vögeln; sogenannte Ketten in der Jagdsprache. Im Frühjahr werden die Hähne territorial und rufen laut und weit vernehmbar „kirrr-eck“. Die Hennen nisten an geschützten, aber übersichtlichen Stellen, gerne auf Ackerrainen, an Grabenrändern und in Hecken und führen ihre Jungen in Deckung durch die Felder. Hennen verteidigen ihre Brut mit erstaunlichem Mut selbst gegen so manchen übermächtigen Gegner, indem sie mit dem Körper gegen den Feind anrennen.

 

Tiervater Alfred Brehm war bekanntlich von vielen Tieren sehr angetan, so auch vom Rebhuhn, besonders als Wildbret. Er schrieb vor rund 150 Jahren: „Das Rebhuhn bringt nirgends und niemals Schaden, trägt zur Belebung unserer Fluren wesentlich bei, erfreut jedermann durch die Anmut seines Betragens, gibt Gelegenheit zu einer der anziehendsten Jagden und nutzt endlich durch sein vortreffliches Wildbret“.

 

Leider ist es um die Zukunft des schönen Hühnervogels mehr als schlecht bestellt. Auf der sogenannten Roten Liste des NABU wird das Rebhuhn schon lange als stark gefährdet eingestuft.

 

Text: Ludwig Winkens, 10/20
Foto: Willi Eckers

Steckbrief

Größe Körperlänge ca. 30 cm
Gewicht  um 400 g
Verbreitung Ein bis auf den Norden Europas verbreiteter Standvogel in Feld und Flur.
Brut Ende April legt das Weibchen 10 bis 20 Eier, die eine getarnte gelbbraune Farbe zeigen.
Nahrung Im Frühjahr/Sommer Insekten, besonders für die Jungen, ansonsten Körner und Sämereien.