Der Feldsperling ist etwas kleiner und schlanker als sein verwandter Haussperling. Feldsperlinge leben deutlich zurückhaltender und weniger lärmend als ihre verwandte Art. Vom Gefieder her sehen beide Geschlechter gleich aus und sind von männlichen Hausperlingen kaum zu unterscheiden. Wie alle Feldvogelarten, gehört auch der Feldsperling leider zu den stark gefährdeten Arten.
Als Lebensraum bevorzugen sie offene Flächen mit Beständen alter, hohler Bäume, alte Obstplantagen, Alleen, Feld- und Laubwaldränder. In stark besiedelten Wohngebieten treffen wir den Feldsperling fast nie an. Manchmal aber in Parks und großen Gärten mit alten Bäumen an Ortsrändern mit dünner Besiedlung, wo sie im Winter auch Futterhäuser aufsuchen. Bei klirrenden Nächten kuscheln sie gerne mit mehreren Exemplaren zusammen in einer Baumhöhle oder in einem Nistkasten, um sich dort vor Kälte und Energieverlust besser zu schützen.
Der Feldsperling war einst in den ländlichen Gebieten deutschlandweit in Scharen anzutreffen, besonders im Herbst und im Winter und galt in der Bevölkerung als Landplage, so wie der Haussperling auch. Beide Arten wurden deshalb immer wieder verfolgt und getötet, ja sogar verzehrt, obschon schon damals ihr Nutzen als gute Insektenvertilger allgemein bekannt war. Feldsperlinge galten außerdem als ungebetene Eindringlinge von Besiedlungen, weil sie nicht selten die für Meisen vorgesehenen Nistkästen besetzten. Preußenkönig Friedrich der Große und andere bedeutende Adelige versuchten bereits im 18. Jahrhundert mit großangelegten Maßnahmen die zahlreichen Sperlinge zu bekämpfen; ohne nachhaltigen Erfolg. Was den Hochadeligen mit ihren fragwürdigen Ausrottungsversuchen nicht gelang, schaffte unfreiwillig der seit den 60er Jahren des vorherigen Jahrhunderts einsetzende Landschaftswandel leider umso wirkungsvoller. Das Ausräumen der Felder und Fluren von Gehölzen (sog. Flurbereinigungen) sowie der Rückgang der Artenvielfalt auf unseren Wiesen und Feldern durch Pestizideinsatz sorgten zwischenzeitlich für einen rapiden Rückgang der Feldsperlinge. 1970 schätzte man auf unserem Stadtgebiet noch um die 500 Brutpaare. Spätestens ab dieser Zeit setzte auch bei uns ein unaufhaltsames Verschwinden dieser Art ein. Mehr als ein paar Dutzend Exemplare dürften z.Z. wohl kaum noch in Mönchengladbach anzutreffen sein. So wurde aus der einstigen Landplage leider ein Sorgenkind.
Den Feldsperling bezeichnete man mundartlich im südlichen Niederrhein als „Vä´elmöösch“ oder auch „Kuaremöösch“ (Feld- oder Kornspatz). Eine weitere, aber längst in Vergessenheit geratene Bezeichnung für ihn war „dä Schrupp“. So nannten ihn die bei uns einst zahlreichen Vogelfänger.
Text: Ludwig Winkens, 02/26
Fotos: Willi Eckers
| Größe | Körperlänge 14 cm; Gewicht um 23 g |
| Nahrung | Zur Brutzeit überwiegend Insekten, ansonsten alle Arten von Feld- und Wiesensamen. |
| Vorkommen | In fast ganz Europa und weite Teile Asiens verbreitet. |
| Brut | Höhlenbrüter, 4 bis 6 schmutzig-weiße Eier. |