Die Heringsmöve

Die Heringsmöwe gehört zu den Großmöwen und ist im Rheinland inzwischen ein regelmäßiger Wintergast. So kann man sie insbesondere auf den Feldern in den Außenbereichen unserer Stadt beobachten, wo sie als Allesfresser nach Nahrung Ausschau halten. Abends suchen sie zur Übernachtung Gewässer auf, um dort vor Feinden mehr Sicherheit zu finden.

 

Noch bis in den 80ziger Jahren des letzten Jahrhunderts waren Heringsmöwen im Rheinland im Winter eher eine Seltenheit. Sie sind strenge Zugvögel, die ursprünglich fast ausschließlich an den Küsten Mitteleuropas, im Mittelmeerraum und sogar in Ostafrika überwinterten. Der Klimawandel ermöglicht es auch dieser Möwe, den Winter erfolgreich im Binnenland Mitteleuropas zu überstehen, so auch bei uns im südlichen Niederrhein. Auf unseren Feldern halten sie besonders gerne auf frisch gepflügten oder geeggten Feldern Ausschau nach Fressbarem. Als Brutvogel sind sie bei uns anzutreffen. Ihr Lebensraum während Brutsaison im Frühjahr und Sommer sind die Küstenstreifen von Frankreich, Großbritannien bis weit in den hohen Norden von Skandinavien und dem Baltikum. Heringsmöwen sind sehr gesellige Vögel, die man oft in größeren Trupps mit anderen Möwenarten antrifft. Auch zum Brüten nutzen sie gerne die Vorteile größerer Kolonien, oftmals sogar gemeinsam mit den ähnlich großen und verwandten Silbermöwen. In Großbritannien brüten sie manchmal sogar gemeinsam auf Hausdächern, nicht immer zur Freude der Hausbesitzer.

 

Text: Ludwig Winkens (01/2026)

Foto: Laurentius Ohlig

Steckbrief

Größe Körperlänge ca. 53 bis 55 cm; Gewicht um 800 g; Spannweite bis 140 cm
Vorkommen Küsten, Flussdeltas und Ufer von Süßwasserseen
Nahrung Meereslebewesen, Insekten, Kleinsäuger, Eier und Junge anderer Vögel
Brut 2 bis 3 Eier, Jungvögel sind Nestflüchter