Die Krickente

Die Krickente ist die kleinste europäische Entenart und gehört zu den sog. Schwimmenten. Schwimmenten suchen in der Regel gründelnd ihre Nahrung im Gegensatz zu Tauchenten, die tauchend nach Fressbarem suchen.

 

Früher waren Krickenten auf den ruhigeren Gewässern unserer Stadt vereinzelt als Brutvogel anzutreffen. Heute sind sie bei uns meistens nur noch Rastvögel, besonders in der kalten Jahreszeit. Die kleinen, zierlichen und sehr scheuen Krickenten sind im Winter immer wieder auf den ehemaligen Klärteichen in Wickrathberg zu beobachten. Die Umzäunung der Klärteiche ermöglicht den Enten einen störungsfreien Aufenthalt. Von überlaufenen Gewässern unserer Parks halten sie sich fern. Der Erpel verrät seine Anwesenheit mit einem laut klingenden „krik, krik, krik“ (daher der Name). Das Weibchen antwortet mit einem schnatternden „gägägägägäg“. Die Brutreviere von Krickenten befinden sich überwiegend in den kälteren Zonen Europas und in weiten Teilen Asiens.

 

Die Erpel tragen von Oktober bis Juni ein schmuckes Gefieder, das sog. Prachtkleid, das aus der Ferne unauffällig und aus der Nähe recht bunt und farbenprächtig aussieht. Typischerweise sind männliche Schwimmenten sehr prächtige Vögel, weibliche hingegen erscheinen unscheinbar in Braun- und Grautönen. Nach der Brutzeit beginnt bei den Krickenten die Mauser und die Männchen gleichen sich der getarnten, unauffälligen Färbung der Weibchen an. Während der Zeit der Mauser leben die Wasservögel still und zurückgezogen im Verborgenen des Schilf- und Uferbewuchses.

 

Krickenten sind die geschicktesten Flieger unter den europäischen Entenarten. Sie fliegen fast senkrecht aus dem Wasser und zeigen im Flug selbst in dicht gedrängten Trupps die rasantesten Wendungen. In der Dämmerung sind Krickenten besonders lebhaft, während sie in den Mittagsstunden meistens dösend auf der Wasserfläche anzutreffen sind. Drohender Gefahr suchen sie durch Untertauchen zu entgehen, wobei sie den Kopf nur bis zu den Augen aus dem Wasser herausstrecken, um weiterhin den Überblick zu behalten.

 

Unsere Vorfahren bezeichneten die kleine Ente mundartlich als „kleen well Änge“ (kleine, wilde Ente).

 

Text: Ludwig Winkens, 03/2026
Fotos: Laurentius Ohlig [1,2] Willi Eckers [3]

Steckbrief

Größe Körperlänge um 36 cm; Gewicht rund 300 g (viel kleiner und leichter als die Stockente)
Vorkommen Ruhige Teiche und Seen mit reicher Ufervegetation sowie Sumpflandschaften
Nahrung Vielseitige pflanzliche und tierische Nahrung
Brut 8 bis 10 hellgelbe Eier; das Nest befindet sich manchmal weit weg vom nächsten Gewässer.