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Gebäudefledermäuse brauchen unseren Schutz

Steigende Energiekosten und Maßnahmen gegen den Klimawandel machen die energetische Sanierung von Gebäuden unumgänglich. Hierbei sollten die bekannten und unbekannten Mitbewohner von Gebäuden dennoch mitberücksichtigt werden. Schon lange, seitdem die Menschen sich niedergelassen und Gebäude errichtet haben, sind viele Tierarten zum Kulturfolger geworden. Hierzu zählen u.a. Vogelarten wie Spatzen und Schwalben oder auch verschiedene Fledermausarten.

 

Das Stadtgebiet Mönchengladbach hat neben Feldern und Waldbereichen eine hohe Gebäudedichte. Hierdurch befinden sich viele potenzielle Quartiere für Fledermäuse wie die Zwergfledermaus oder die Breitflügelfledermaus an und in Gebäuden. Es handelt sich dabei durchaus nicht nur um alten Baubestand. Auch Neubauten werden dabei von den opportunistischen Fledermäusen genutzt.

 

Oft wissen die Gebäudebesitzer nichts von Ihren Untermietern. Dabei kann man sich glücklich schätzen, Fledermäuse zu beherbergen. Pro Nacht kann jede Fledermaus bis zu 3.000 Insekten verspeisen, u.a. Mücken und Schadmotten.

Und auch die immer mehr vorkommende Tigermücke, die Krankheiten übertragen kann, steht auf dem Speiseplan. Die Tigermücke ist bereits für Mönchengladbach nachgewiesen.

 

Vor energetischen Sanierungen sollte geprüft werden, ob Fledermäuse gefährdet oder ihre Quartiere betroffen sind.

 

Laut §44 des Bundesnaturschutzgesetztes ist dies übrigens verpflichtend und kann bei nicht Einhaltung bzw. Verstoß mit empfindlichen Strafen geahndet werden.

 

Hohlräume an Gebäuden können mit einer Endoskopkamera geprüft werden.

Fledermauskot verrät ebenfalls die Anwesenheit von Tieren, sowie Haarproben.

Einige Arten verraten sich auch über Soziallaute, die für das menschliche Ohr wahrnehmbar sind.

 

Ein zentraler Ansatz ist der Erhalt bestehender Quartiere. Wenn Fledermäuse bereits in einem Gebäude leben, sollten ihre Zugänge und Aufenthaltsorte möglichst unangetastet bleiben. Arbeiten am Gebäude sollten idealerweise außerhalb der sensiblen Zeiten stattfinden, also nicht während der Wochenstubenzeit im Sommer oder der Winterruhe.

 

Darüber hinaus können gezielt neue Lebensräume geschaffen werden. Dazu gehören spezielle Fledermauskästen, die außen an Gebäuden angebracht oder in die Fassade integriert werden können. Auch Dachböden, Fassadenspalten oder Hohlräume hinter Verkleidungen lassen sich fledermausfreundlich gestalten, indem kleine Einflugöffnungen erhalten oder geschaffen werden.

 

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Wahl der Baumaterialien und Beleuchtung. Holz und andere natürliche Materialien sind oft besser geeignet als stark behandelte Baustoffe. Auf giftige Holzschutzmittel sollte verzichtet werden, da diese den Tieren schaden können. Zudem sollte künstliche Beleuchtung in der Nähe von Quartieren reduziert werden, da Fledermäuse lichtempfindlich sind und helle Beleuchtung ihre Flugrouten stören kann.

 

Auch bei modernen, gut gedämmten Gebäuden ist es möglich, Fledermäuse zu berücksichtigen. Spezielle Einbausteine oder integrierte Quartiere können bereits bei der Planung vorgesehen werden, ohne die Energieeffizienz zu beeinträchtigen.

 

Insgesamt zeigt sich, dass der Schutz von Fledermäusen in und an Gebäuden mit relativ einfachen Maßnahmen möglich ist. Durch Rücksichtnahme, gezielte Planung und den Erhalt bestehender Strukturen können wichtige Lebensräume gesichert und sogar erweitert werden.

 

Bei Fragen rundum Fledermäuse steht Ihnen die AG Fledermaus mit den Ansprechpartnern

Michael Haberl (Tel. 01522  8610835) und Michael Thissen (Tel. 0172 6930603) gerne zur Verfügung. Beide sind auch über folgende Mailadresse [email protected] erreichbar.