Das Schwarzkehlchen gehört zur Familie der Fliegenschnäpper. Es bevorzugt offene, trockene Wiesen mit Buschwerk und Stauden, aber auch steinige und öde Stellen sowie Schotterplätze. Nur die Männchen dieses schönen Vogels haben den namensgebenden schwarzen Kopf und einen weißen Halsfleck.
Dieser kleine Singvogel wurde über viele Jahre auf unserem Stadtgebiet nur noch als Ausnahmeerscheinung bzw. seltener Durchzügler registriert. Erstaunlicherweise hat sich das Schwarzkehlchen an vereinzelten naturnahen Stellen unserer Stadt mit Brutverdacht wieder niedergelassen.
Die mitteleuropäischen Schwarzkehlchen sind Zugvögel, die im Herbst ins Mittelmeergebiet ziehen, und die im Süden oder Südwesten Europas lebenden Exemplare bleiben das ganze Jahr über in ihrer Heimat.
Zur Brutzeit lässt das Männchen in betont aufrechter Haltung immer wieder von der gleichen Singwarte aus sein monotones und sich krächzend anhörendes Liedchen erklingen. Schwarzkehlchen brüten normalerweise zweimal im Jahr. Zunächst beginnen sie Ende April mit der ersten Brut und im Juni bis Anfang Juli mit der zweiten. Das Nest befindet sich am Boden und liegt gut verborgen in einer Vertiefung unter überhängendem Gras oder anderen Wildkräutern. Nähert sich ein Feind dem Nest, dann flattern die Eltern erregt um den Feind und schlagen heftig mit ihren Flügeln und dem Schwanz, um die Aufmerksamkeit vom Nest auf sich umzuleiten. Beide Geschlechter kümmern sich um die Aufzucht der Jungvögel.
Text: Ludwig Winkens, 06/26
Fotos: Willi Eckers
| Größe | Körperlänge ca. 13 cm, Gewicht um 14 g |
| Vorkommen | Mit Ausnahme von Skandinavien und Nordosteuropa ein in ganz Europa verbreiteter Vogel |
| Brut | 5 bis 6 hellblaue Eier mit rostroten Flecken |
| Nahrung | Kleinere Insekten und Spinnen |