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Turmfalken-Webcam: Sechs kleine Federknäuel

Familienleben der Greifvögel täglich live auf http://www.NABU-NRW.de beobachten

 

Düsseldorf – Über das Wochenende sind die Webcam-Küken geschlüpft! Per Kamera kann man weiterhin beim Brutgeschehen dabei sein. Anfangs werden die Küken intensiv von der Mutter gewärmt und sind nur sporadisch beim Füttern zu sehen. „Wenn später beide Eltern auf Futterjagd sind, wärmen sich die Kleinen gegenseitig, indem sie eine sogenannte Wärmepyramide bilden. Dieses Verhalten kann man dank der Kamera sehr gut beobachten“, erklärt Monika Hachtel vom NABU Bonn.

 

Jetzt beginnt die spannende Zeit, da der Vater zur Versorgung regelmäßig Mäuse bringt, die das Weibchen dann häppchenweise an die Jungen verfüttert. „Da wie bei Geschwistern üblich jedes am meisten bekommen möchte, wird es dann oft trubelig im Kasten. Aber die Mutter verteilt ziemlich gerecht und achtet darauf, dass niemand zu kurz kommt – bei sechs Jungen durchaus eine Herausforderung“, so Hachtel weiter. Bei guter Versorgung mit Feldmäusen, der Hauptnahrung der Turmfalken in dieser Region, könne man den Tieren beim Wachsen förmlich zusehen. Nach den guten Erfahrungen der letzten Jahre ist Hachtel optimistisch, dass auch dieses Jahr alle Jungen ausfliegen werden. Etwas 35 Tage nach dem Schlupf sind die Falken flügge. Dann verlassen sie ihren Nistplatz schnell, brechen in ein eigenständiges Leben auf und kommen mit etwas Glück nächstes Jahr zum Brüten in die Region zurück.

Der Nistkasten befindet sich an einer Lagerhalle eines Obstbaubetriebs im rheinischen Wachtberg. Die Webcams sind Teil des bundesweiten Biodiversitätsprojekts von NABU, REWE Group und fast 500 Obst- und Gemüsebauern zur Förderung der biologischen Vielfalt im konventionellen Obst- und Gemüseanbau. Allein im südlichen Rheinland wurden seit 2012 über 100 Turmfalkenkästen aufgestellt, in denen jedes Jahr zwischen 20 und 30 Paare brüten und bisher über 700 Jungfalken flügge wurden. Seit 2018 sind die Webcams in Wachtberg ab Anfang April bis Anfang Juli auf Sendung. Früh im April hatte in diesem Jahr auch die Brut begonnen.

 

Unter http://www.nabu-nrw.de lässt sich das Familienleben der wilden Turmfalken weiterhin auf einer Innen- wie auf einer Außen-Webcam verfolgen.