Bioökonomie NRW: Ökosysteme stärken, Zukunft sichern
DÜSSELDORF – Zwei Jahre nach Einsetzung des Bioökonomierats hat das Kabinett der Landesregierung Nordrhein-Westfalen die Bioökonomiestrategie NRW gebilligt. Mit der Veröffentlichung der Strategie liegt nun der politische Rahmen für den weiteren Ausbau der Bioökonomie im Land vor. Der NABU NRW hatte die Entwicklung der Strategie begleitet. Prof. Dr. Anna von Mikecz, stellvertretende Vorsitzende des NABU NRW und Mitglied des Ökonomierates, ist mit dem Ergebnis zufrieden: „Die Strategie des Landes verbindet den Schutz natürlicher Lebensgrundlagen mit der nachhaltigen Nutzung biologischer Ressourcen und weist damit den Weg zu einer zukunftsfähigen Biokreislaufökonomie.“ Nun gilt es, die Strategie umzusetzen und mit einer ausreichenden finanziellen Ausstattung zu hinterlegen. Dafür startet jetzt der Beteiligungsprozess.
Ein zentrales Handlungsfeld ist der Schutz von Ökosystemfunktionen. Durch nachhaltige Agroforstsysteme, Paludikultur (Nutzung nasser Moorstandorte) und biodiversitätsfördernde Agri-Photovoltaik sollen Wälder, Moore und landwirtschaftliche Flächen künftig stärker multifunktional genutzt werden. Ziel ist eine Bioökonomie, die Ressourcen effizient nutzt, Stoffkreisläufe schließt und gleichzeitig Klima, Biodiversität und Böden stärkt.
Für die Umsetzung setzt die Strategie auf langfristige Planungssicherheit, unter anderem durch eine enge Verzahnung mit dem Aktionsprogramm natürlicher Klimaschutz (ANK) und dem EU-Renaturierungsgesetz sowie Förderzeiträume von mindestens zehn Jahren. Verbindliche Ressourcenziele, konsequenter Bodenschutz und der Ausbau naturnaher Wälder bilden weitere zentrale Bausteine. Gestärkt werden soll eine klimaresiliente Waldwirtschaft mit standortgerechten Mischwäldern, nachhaltiger Holznutzung und Holzbau als CO₂-Senke sowie regionale Wertschöpfungsketten für biobasierte Produkte. Bildung, Wissenstransfer und kommunale Beteiligung tragen dazu bei, die Bioökonomie dauerhaft in Gesellschaft und Wirtschaft zu verankern.
Entscheidend wird nun sein, die in der Strategie verankerten Maßnahmen und Ziele durch Aktionsprogramme und Förderinstrumente in die Praxis zu überführen. Der NABU NRW wird diesen Prozess aktiv
mitgestalten und sich dafür einsetzen, dass Nordrhein-Westfalen die Chancen einer nachhaltigen Bioökonomie nutzt, um ökologische Resilienz zu stärken und zugleich eine erfolgreiche,
ressourceneffiziente und wettbewerbsfähige Wirtschaft zu fördern.
