NABU NRW: DUH-Hitzecheck zeigt erschreckende Schwachstellen bei Klimaanpassung in NRW-Kommunen
Düsseldorf – Angesichts der aktuellen Hitzewelle betont der NABU NRW die dringende Notwendigkeit, das Stadtgrün zu erhalten, anstatt die Versiegelung und damit die Hitze in der Stadt weiter zu befeuern. „Grün in der Stadt ist nicht verzichtbar, sondern essenziell für unsere Gesundheit, denn naturnahe Grünflächen wirken der Hitze in der Stadt am besten entgegen“, erklärte Dr. Heide Naderer, Vorsitzende des NABU NRW mit Blick auf den kürzlich von der DUH veröffentlichten Hitzecheck und die erschreckenden Ergebnisse für NRW-Kommunen. Von 77 Städten und Gemeinden in NRW konnte lediglich Wuppertal mit einem relativ hohen Anteil an Grünflächen, einem entsprechend geringen Versiegelungsgrad und daraus resultierender geringer Hitzebelastung der Bevölkerung punkten.
„Das macht deutlich - im dicht versiegelten und besiedelten NRW benötigen wir alle mehr Schatten, mehr Bäume und generell mehr Natur, um die Folgen des Klimawandels abzumildern“, so Naderer weiter. Die Bedeutung wird auch von der EU-Wiederherstellungsverordnung unterstrichen. Sie sieht vor, eine Trendwende beim Verlust von Stadtgrün einzuleiten und langfristig wieder mehr Baumüberschirmung und Grün in den Städten zu schaffen. Naderer: „Hier ist das Land gefordert, im Rahmen der Wiederherstellungsverordnung deutlich schneller und stärker als bisher entsprechende Anreize für Städte und Gemeinden zu schaffen, die Klimaanpassung und die Förderung der grünen Infrastruktur vor Ort auch konsequent umzusetzen.“ Notwendig sei auch, systematisch wieder Flächen zu entsiegeln und Freiraum zu ermöglichen.
Es sei fatal, dass nach wie vor jedoch das Gegenteil passiere: Der DUH Hitzecheck für NRW zeigt, dass in NRW Kommunen weiter versiegelt wird und massiv Bäume verloren gehen. Dabei sei der Erhalt und die Schaffung von Baumüberschirmung und kühlenden Grünflächen, der beste, wenn nicht sogar der einzig wirksame Schutz für alle vor Hitze in der Stadt. Großflächige Frischluftschneisen, also mit dem Umland verbundene, unbebaute Flächen, sind dabei besonders wichtig, da sie für die Zirkulation von Sauerstoff und kühler Luft im Siedlungsbereich notwendig sind. Materialien wie Asphalt, Beton, Glas und Metall hingegen speichern die Hitze lange und verhindern, dass die Städte „atmen“ können.
Vor diesem Hintergrund fordert der NABU Land und Kommunen auf, diese Entwicklung, den Flächenfraß und die Versiegelung zu stoppen. „Für dieses konsequente Handeln für die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger braucht es erst einmal das Bewusstsein in den Rathäusern vor Ort, Grün zu erhalten. Machen wir weiter wie bisher, wird das zu Lasten unserer Lebensqualität und Gesundheit gehen, insbesondere im innerstädtischen Raum“, mahnt die NABU-Landesvorsitzende. Wollen wir die Hitzebelastung wirksam begrenzen, müssen wir hier schnell eine Trendwende einleiten.
Eine Kurzfassung sowie das ausführliche Hintergrundpapier des NABU NRW zur Umsetzung der EU-Wiederherstellungsverordnung in NRW findet sich unter http://www.NABU-NRW.de/WVO
Mehr Infos zur Situation in den NRW-Städten beim DUH Hitzecheck. Die Auflistung der NRW-Ergebnisse finden sich am Ende des Dokuments.
